Der chinesische B2C-Marktplatz AliExpress bietet mit Local+ jetzt auch den Versand aus Lagerstandorten innerhalb von Europa an. Verbraucher:innen sollen so von kürzeren Versandzeiten und einem verbesserten Einkaufserlebnis profitieren. Aber vor allem für Händler:innen bieten sich so neue Möglichkeiten, den Versand bequem an AliExpress abzutreten.
So funktioniert Local+
Bereits seit 2022 konnten Shops aus EU-Ländern über den Marktplatz von AliExpress verkaufen, mussten sich dabei jedoch in Eigenregie oder über Drittanbieter um den Versand kümmern. Das soll sich jetzt ändern, denn wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht, nutzt AliExpress künftig Standorte innerhalb Europas, um einen eigenen Versandservice anzubieten. Dabei handelt es sich um Lagerhäuser, die durch Drittanbietern betrieben werden. Das Unternehmen arbeitet hierzu mit über zehn externen Anbietern im Rahmen eines zertifizierten Lagerhaus-Programms zusammen.
Wie das Asien-Portal KrAsia in Erfahrung gebracht haben will, soll es sich um mehr als zehn Standorte unter anderem in Großbritannien, Spanien und Deutschland handeln. Wer den Versand durch AliExpress nutzt, kann sich über ein Local+-Badge an seinen Produkten freuen.
Die Waren sollen dann innerhalb von maximal sieben Tagen versendet werden. Zudem können Retourenprozesse abgewickelt werden, was Händler:innen ebenfalls den Rücken freihält.
Marktplatz-Auswahl wächst weiter
Mit dem Umstieg auf lokale Lagerstandorte bietet AliExpress auch der hiesigen Händlerschaft jedwede Bequemlichkeit, die man bereits von Amazon oder mittlerweile Temu gewohnt ist. Zwar beschreibt AliExpress die Neuerung in erster Linie als Bestrebung, das Kund:innenerlebnis auf ein neues Level zu heben – wer den Markt jedoch beobachtet, weiß, dass es sich eher um einen notwendigen Schritt handelt, um nicht den Anschluss an die europäische Kundschaft zu verlieren.
Sowohl Temu als auch Shein sind bereits seit längerem auf hiesige Läger umgestiegen. Ein Schritt, der nicht nur der Kundenzufriedenheit dient, sondern schlicht Kosten senkt und auf drohende Umstellungen in der Zollpolitik reagiert. So soll bis spätestens 2028 die De-Minimis-Zollfreigrenze abgeschafft werden. Für den Import von Waren außerhalb der EU werden dann deutlich höhere Zollabgaben fällig. Zudem erwägt die EU-Kommission aktuelle eine zusätzliche Einfuhrabgabe von bis zu zwei Euro auf Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland.
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde der Eindruck erweckt, die neuen europäischen Lagerstandorte seien im Besitz von AliExpress. Tatsächlich handelt es sich um jedoch Lagerhäuser, welche durch Drittanbietern betrieben werden. Der Absatz wurde nachträglich redigiert.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Ricarda Eichler
Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.
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