Es sind alarmierende Zahlen: Eine Inspektion der europäischen Marktaufsichtsbehörden ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 85 bis 95 Prozent aller Produkte, die bei Temu, Shein und AliExpress gekauft werden, nicht der europäischen Gesetzgebung entsprechen. Das berichtet Ecommerce News. Das heißt im Umkehrschluss: Kaum ein Produkt, das über die chinesischen Marktplätze kommt, dürfte in Europa verkauft werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam vor einigen Monaten auch der deutsche Zoll.
Unwirksam und gefährlich
„Produkte von Shein, AliExpress und Temu sind für die Verbraucher oft riskant“, heißt es von den Aufsichtsbehörden. Die Art der Verstöße ist dabei höchst unterschiedlich. Laut niederländischen Behörden sind Produkte oft unwirksam, funktionieren nicht richtig oder können gesundheitlich schädlich sein.
Als Beispiele werden Spielzeuge mit losen Teilen genannt, die Kinder verschlucken können, oder Elektronik, die Feuer fängt oder Fehlfunktionen verursacht. Häufig fänden sich auch verbotene Stoffe wie Blei in den Produkten. Zudem fehle es bei den Händler:innen oft an Vertretungen mit Sitz in Europa, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein weiteres Problem sind Produktfälschungen.
Gemeinsames Vorgehen bei Paketkontrollen gefordert
Die niederländischen Marktaufsichtsbehörden und der niederländische Zoll fordern ein gemeinsames Vorgehen bei der Kontrolle von Paketen, die von chinesischen Plattformen stammen. Nicht nur die Behörden, sondern auch die Käufer:innen und die Beteiligten der Lieferketten müssten an dieser Stelle Verantwortung übernehmen. Im Visier der EU-Kommission ist Temu schon seit Längerem.
Dass der Vorstoß aus den Niederlanden kommt, ist kein Zufall. Chinesische Marktplätze wie Temu und Shein sind bei europäischen Kund:innen mittlerweile enorm beliebt. Mehr als eine Milliarde Pakete pro Jahr werden derzeit über die Niederlande in die Europäische Union eingeführt. Aufgrund der schieren Menge zeigen sich die niederländischen Behörden extrem besorgt, da es unmöglich wird, sie alle angemessen zu kontrollieren.
Nach Angaben des niederländischen Zolls ist das Paketaufkommen im elektronischen Handel in den Niederlanden von 172 Millionen Paketen im Jahr 2021 auf 1,4 Milliarden Pakete 2024 gestiegen. Dies entspreche etwa 40 Prozent der gesamten E-Commerce-Einfuhren in die Europäische Union.
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