Guten Morgen!
Das sind die wichtigsten Branchenthemen zum Wochenanfang:
- Die EU-Kommission fordert Informationen von Amazon
- Delivery Hero rechnet mit 400 Millionen Euro Strafe
- Tesla darf weiter bauen
Die EU-Kommission hat am letzten Freitag ein Auskunftsverlangen gegen Amazon gestellt, wie unter anderem Heise berichtete. Das Auskunftsverlangen richtet sich nach Artikel 67 des Digital Services Act (DSA). Amazon soll Auskunft erteilen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Vorgaben des DSA zu erfüllen. Konkret geht es um die Transparenz von algorithmischen Empfehlungssystemen und deren Parametern. Die Kommission möchte Informationen über die Eingabefaktoren, Funktionen, Signale, Informationen und Metadaten, die für die Empfehlungen verwendet werden. Auch soll Amazon über die Möglichkeit aufklären, die Nutzer:innen haben, die sich gegen die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen durch Tracking entscheiden. Zudem muss Amazon gegenüber der EU-Kommission über die Gestaltung, Entwicklung, Bereitstellung, Prüfung und Pflege der Online-Schnittstelle des Werbearchivs für den Amazon Store informieren. Die geforderten Informationen muss Amazon bis zum 26. Juli vorlegen.
Amazon selbst will diese Auskunft verhindern, mit der Begründung, es würde gegen die eigenen Grundrechte auf Datenschutz und Freiheit der unternehmerischen Tätigkeit verstoßen.
Nach Erhalt der Informationen wertet die EU-Kommission diese aus und wird gegebenenfalls weitere Schritte gegen Amazon festlegen. Dann kommt auch ein Verfahren wegen Verstößen gegen den DSA in Betracht. Bei Verstößen drohen dem Online-Riesen Sanktionen mit Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes. Auch für unrichtige oder unvollständige Angaben des Auskunftsverlangens kann die Kommission schon Geldbuße verhängen.
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