Der frühe Vogel – der Branchennews-Überblick am Morgen:
- Einzelhändler:innen fordern Maßnahmen gegen Temu & Shein
- Zooplus will einen Marktplatz starten
- Mehr Wachstum in der Wirtschaft erwartet
Paketflut, Steuer- und Zollverlust in Milliardenhöhe und ungeprüfte, nicht EU-konforme Produkte, die den Markt überschwemmen – die asiatischen Plattformen Temu und Shein überfordern die Behörden und gefährden den Einzelhandel in der Europäischen Union. Davor warnt jetzt die Organisation Zentrada.Europe, ein europäisches Einkäufernetzwerk mit über 400.000 aktiven Einzelhändler:innen.
Mit einer Petition will die Händlerschaft jetzt einerseits „die Abschaffung von Subventionen durch EU-Bürger“ sowie andererseits faire Wettbewerbsbedingungen erreichen. „Wir fordern gleiche Chancen für den europäischen Einzel- und Online-Handel im Kampf um Kunden gegen Plattformen wie Temu, Shein oder Wish“, heißt es darin.
Einzelhändler:innen in der EU würden beim Import von Produkten die EU-Vorschriften einhalten, umfangreiche Kontrollen durchführen, Zölle und Steuern sowie die Gebühren für die Entsorgung zahlen, während die chinesischen Plattformen derlei Regelungen umgehen könnten, „weil dem Zoll die Kapazitäten fehlen“, lautet die Kritik. Diesen Missstand bestätigte zuletzt auch die Finanzstaatssekretärin Louise Hölscher. Moniert werden außerdem Subventionen für Frachtverträge beim Versand nach Europa, sodass die Anbieter aus Asien besonders günstige Versandtarife anbieten können. Stattdessen könne man eine Paketgebühr für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern einführen, wie es in Schweden und Norwegen bereits passiert ist, so der Vorschlag. „Wir fordern, dass dieses Thema ganz oben auf die Agenda des Wirtschafts- und Finanzministeriums gesetzt wird und schnelle Lösungen gesucht werden“, erklärt Zentrada.Europe weiter.
Als offizieller Partner und Unterstützer befürwortet der Händlerbund die Forderungen aus der Petition. „Wir unterstützen Händler dabei, ihr Online-Business rechtssicher und fair zu betreiben, um erfolgreich zu sein. Wenn sich Hürden aufbauen, die diesen Erfolg gefährden, stellen wir uns klar dagegen. Die Petition begrüßen wir und ebenso die konkrete Aufforderung an die Politik“, sagt Händlerbund-CEO Tim Arlt.
Die Unterschriften sollen der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegt werden.
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