Guten Morgen!
Das sind die wichtigsten Branchenthemen zum Ende der Woche:
- Amazon sieht sich einer Klage eigener Seller ausgesetzt
- Entlassungen und Standortschließungen bei Pelikan
- Das Sterben der Apotheken geht weiter
Amazon hat erneut juristischen Ärger: In Großbritannien streben Seller des Online-Marktplatzes eine 1,2 Milliarden Euro schwere Sammelklage an. Diese soll bereits am Donnerstag von der britischen Organisation BIRA (British Independent Retailers Association) im Namen von insgesamt 35.000 Einzelhändlerinnen und -händlern an einem Londoner Gericht eingereicht worden sein. Bei BIRA handelt es sich um einen Dachverband, der sich für die Förderung und den Schutz seine Mitglieder aus den Sektoren Einzelhandel, Gastgewerbe und Dienstleistungen einsetzt.
Im Rahmen der Sammelklage wird Amazon der Missbrauch interner Seller-Daten vorgeworfen, um eigene Gewinne zu steigern und seine Marktanteile auszubauen. Konkret habe das Unternehmen demnach nicht-öffentliche Daten von Verkäuferinnen und Verkäufern dazu genutzt, „um billigere Konkurrenzprodukte direkt an die Verbraucher zu verkaufen“, berichtet Reuters. – Solche Vorwürfe sind grundsätzlich nicht neu und wurden in den vergangenen Jahren immer wieder gegen den Konzern laut.
Laut Andrew Goodacre, Geschäftsführer von BIRA, hätten viele Online-Unternehmen gar keine andere Wahl als Amazons Marktplatz zu nutzen, weil er Branchen-Playern eine enorme Reichweite biete. Mithilfe der Klage solle nun allerdings verhindert werden, dass sie von Amazon aus dem Geschäft gedrängt würden. Auch die Zahlung einer Entschädigung werde mit der Klage forciert.
Neben dem Missbrauch interner Seller-Daten rückt BIRA auch andere Geschäftspraktiken von Amazon in den Blick: etwa die bekannte „Buy Box“, also das Warenkorbfeld auf den Produktseiten von Amazon. Diese Funktion soll Amazon den Vorwürfen zufolge „zu seinem eigenen Vorteil manipuliert“ haben, heißt es weiter. Diese Praxis werde im Zuge einer separaten Klage verhandelt, die ebenfalls eine Milliarde Euro schwer ist und sich für die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher starkmacht.
Amazon hält Klage für unbegründet (Update vom 10.06.2024)
Mittlerweile hat auch Amazon selbst auf die Klage seiner Händlerinnen und Händler reagiert. Eine Firmensprecherin kommentierte: „Wir haben diese Klage nicht gesehen, aber aufgrund der bisherigen Berichterstattung sind wir zuversichtlich, dass sie unbegründet ist und dass dies im Rahmen des Gerichtsverfahrens aufgedeckt werden wird. Mehr als 100.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Großbritannien verkaufen über Amazon, mehr als die Hälfte aller physischen Produktverkäufe auf unserer britischen Plattform stammen von unabhängigen Vertriebspartnern, und Tatsache ist, dass wir nur erfolgreich sind, wenn die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, erfolgreich sind.“
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OK dacht ich, 3000 Produkte 24h am Tag permanent auf mehreren Plattfromen überprüfen- für einen OL- Richter kein Problem- für einen normalen Menschen wie mich schon - und habe alle Grundpreisprodu kte aus allen Plattformen gelöscht- die einzige rechtssichere Variante. Gekostet hat das ganze weit über 5000€ Gerichts- und Anwaltskosten.. .
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die mehr als fragwürdige Buy-Box mit allen Unverständlichk eiten
Nichtzulassen bzw. Unterdrückung von Konkurrenzangeboten
etc. gibt
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