Wann es sich für Händler lohnt, eigene Wege zu gehen, und worauf es dabei ankommt
Eine der größten Herausforderungen für Händler, die eine Plattform wie Amazon nutzen, ist der direkte Zugang zu Kundendaten. Amazon macht die direkte Kommunikation mit Kunden durch pseudonymisierte E-Mail-Adressen unmöglich. Wenn Händler die Kontrolle über Kundendaten für eigenes Marketing erlangen wollen, müssen sie sich jenseits von Amazon umsehen.
Für Händler kann das bedeuten, sich auf ihre eigenen Kanäle zu konzentrieren, wie ihre Webseite oder Social Media. Je nach Kern-Produktangebot des Händlers kann es auch sinnvoll sein, einen Blick auf Nischen-Marktplätze von Drittanbietern zu werfen. Im Markt für nachhaltige Produkte, um nur ein Beispiel zu nennen, gibt es noch Spielraum jenseits von Amazon.
Fest steht: Die Innovation im Commerce-Bereich beschleunigt sich, nicht zuletzt dank KI. Konsument:innen erwarten zu Recht schnellere, reibungslosere und kreativere Experiences. CX war noch nie so wichtig wie heute.
Um damit Schritt zu halten, müssen Händler ihre digitale Transformation vorantreiben:
- Experience: CX ist das Herzstück jeder erfolgreichen Commerce-Strategie. Händler sollten ihre Digitalisierungsbemühungen und Business-Outcomes auf die CX ausrichten. Um erfolgreich zu sein, müssen dafür die IT- und Marketingabteilungen von Händlern enger zusammenarbeiten.
- Es dreht sich alles um Daten: Händler müssen Datensilos überwinden, wo immer es möglich ist. Echte Innovation erfordert Data Maturity und Data Orchestration. Das bloße Sammeln von Kundendaten macht Unternehmen nicht per se erfolgreicher – sie müssen auch richtig eingesetzt werden.
- Einbindung der Führungsetage: Der Erfolg der digitalen Transformation hängt davon ab, dass ihr Priorität eingeräumt wird. Das komplette Führungsteam, nicht nur der CEO, muss überzeugt sein.
Diese Fragen sollten sich Händler stellen, um mit Amazon konkurrieren zu können
- Händler sparen bis zu 15 Prozent an Gebühren, wenn sie nicht auf Amazon verkaufen. Inwieweit können diese Einsparungen an die Kundschaft weitergegeben werden?
- Falls der Preis für ein Produkt aufgrund von Herstellervorgaben überall gleich sein muss, wie kann ein Teil der eingesparten Amazon-Gebühren gewinnbringend in Werbung investiert werden?
- Gibt es für die Kundschaft einen Vorteil, wenn sie bei einem anderen Händler als Amazon kaufen? Was sind die USPs dieses Händlers?
- Wie schnell erfolgt die Lieferung? Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich an schnellen und kostenlosen Versand gewöhnt. Können die eingesparten Amazon-Gebühren in einen schnellen Versand investiert werden, vor allem wenn Amazon das gleiche Produkt schnell liefern kann?
- Amazon hat einen hervorragenden Kundenservice. Wie können Händler die Qualität ihres Kundenservice verbessern? Lassen sich z. B. Verfügbarkeiten ressourcenschonend ausbauen, indem Chatbots Kundenanfragen eingrenzen und technische Fragen beantworten?
Fazit: Händler müssen Amazon genau im Auge behalten
Große Online-Marktplätze, insbesondere Amazon, haben eine enorme Marktmacht. 57 Prozent der Deutschen bestellen laut einer aktuellen Studie mindestens einmal im Monat bei Amazon. Und viele Verbraucherinnen und Verbraucher recherchieren auf Amazon, auch wenn sie letztlich nicht dort kaufen.
Aus diesem Grund sollten Händler, Marketplace- und Advertising-Features großer Player wie Amazon immer im Auge behalten, um von ihnen zu lernen und das Beste aus diesen Plattformen herauszuholen. Und wenn es darum geht, mit Plattformen wie Amazon zu konkurrieren, müssen Händler zu echten digitalen Playern werden, ihre CX verbessern und eigene USPs entwickeln.
Über den Autor
Charles Desjardins ist Executive Vice President & Managing Director Commerce Americas bei Valtech. Er ist verantwortlich für Business Development und den operativen Betrieb, einschließlich Kundenstrategie und Governance.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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Die Nutzererfahrung auf der Homepage ist zumindest sehr ungewöhnlich - wer in deutscher Sprache lesen möchte was die Firma für mich leisten kann stellt sehr schnell fest das außer den Kategorieübersc hriften nicht deutsch gesprochen wird.
Sehr schade das man so kein detailiertes Verständniss erlangen kann ob die Firma Valtech wohl Kompetenz zum in der Überschrift genannten Thema hat oder dazu animieren möchte auf amazon Werbung zu schalten?
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