In der Reihe „Ama-Zone“ grübelt Tina Plewinski über die vielfältige Welt von Amazon: über Vor- und Nachteile des Online-Riesen, neue Entwicklungen, trendige Hypes, die unablässigen Machtbestrebungen des Konzerns und – im aktuellen Teil dieser Reihe – über weihnachtliche Werbung, die ein Gefühl für die aktuelle Situation vermissen lässt.
Sind Sie schon in ausgelassener Weihnachtsstimmung? Dem einen oder anderen dürfte das sicher schwerfallen, denn es gibt weiterhin drängende und belastende Faktoren, die unser Leben beeinflussen: eine hohe Inflation und horrende Energiekosten, einschneidende Sparmaßnahmen, das Kriegsgeschehen in Europa und eine Pandemie, deren Nachwirkungen weiterhin deutlich spürbar sind. Hinzu kommen die Dunkelheit und Kälte der Jahreszeit, die ihr Übriges tun, um die Laune zu drücken.
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Vielen Dank für Ihren Blogbeitrag.
Ich gebe Ihnen Recht, daß wir in dieser schweren Zeit gut daran täten, uns mehr auf echte menschliche Anteilnahme, ein Miteinander und Solidarität zu besinnen, anstatt Kummer wegkonsumieren zu wollen.
Allerdings hat es noch nie und sollte es auch nicht zu den Aufgaben eines profitorientier ten Unternehmens gehört, solch geistig-moralis che Führung zu übernehmen. Dafür gibt es Intellektuelle, Philosophen, Religionsführer oder auch gefestigte Persönlichkeite n aus dem eigenen Umfeld.
Es ist eine Unsitte, daß Unternehmen sich zunehmend als weltanschaulich e Vereinigungen darstellen und dafür gerne auch Ihre eigene Belegschaft vereinnahmen. Stichworte sind hier: Mission Statement, Corporate Values, Code of Conduct. Wehe dem Mitarbeiter, der einem zig-seitigen Pamphlet, daß er nach dem Motto "Friss oder stirb" vorgesetzt bekommt, nicht voll und ganz zustimmt!
Wie wäre es, wenn wir zu einer früheren Normalität zurückkehren: Firmen halten sich an geltendes Recht. Dieser rechtliche Rahmen wird von der Politik gesetzt. Alles Weitere sollte die Gesellschaft unter sich regeln: Werte, Weltanschauunge n und die zahlreichen ungeschriebenen Regeln des Miteinander.
Amazon ist nicht der Papst, nicht der Dalai Lama und auch nicht Richard David Precht.
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