In der Reihe „Ama-Zone“ grübelt Tina Plewinski über die vielfältige Welt von Amazon: über Vor- und Nachteile des Online-Riesen, neue Entwicklungen, trendige Hypes, die unablässigen Machtbestrebungen des Konzerns und – im aktuellen Teil dieser Reihe – über Entwicklung ohne Strafe.
Amazon missbraucht seine Marktmacht und bevorzugt eigene Dienste – diesen Vorwürfen geht die EU-Kommission seit Jahren im Zuge umfangreicher Untersuchungen nach. Dabei geht es grundsätzlich auch darum, dass der Konzern seit jeher Daten von Online-Händlern sammelt und sie dann in Teilen für eigene Zwecke nutzt. Zum Nachteil der Händler.
Was viele Brancheninsider und Kritiker vielleicht schon gemunkelt oder zumindest befürchtet hatten, könnte schließlich für Amazon so richtig teuer werden, denn dem Unternehmen drohen im Fall der Fälle empfindliche Bußgelder. Allerdings muss es so weit gar nicht kommen. Denn Amazon hat versprochen, ich wiederhole: VERSPROCHEN, die Lausbubereien künftig sein zu lassen. So richtig mit Ehrenwort und dergleichen. Zahlreiche Praktiken rund ums Datensammeln und -auswerten, rund um die Positionierung von Eigen- und Fremd-Angeboten will der Online-Riese umgestalten. Lange Rede, kurzer Sinn: Amazon verspricht Änderungen an potenziellen Knackpunkten.
Und jetzt kommt das große Aber: Nur unter einer Bedingung. Die EU-Kommission muss die laufenden Untersuchungen einstellen. So der Deal. Dass Amazon an dieser Stelle die Bedingungen stellt, könnte dem ein oder anderen an sich schon komisch vorkommen. Allerdings sind solche Absprachen durchaus üblich, wenn beide Seiten zu einem für sie annehmbaren Kompromiss kommen.
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