Diese Änderungen will Amazon umsetzen
Daher hat Amazon nun Zusagen für Änderungen in den drei Bereichen Datennutzung, Buybox und Prime gemacht.
Datennutzung: Amazon will die oftmals kritisierte Praktik aufgeben, nicht-öffentliche Daten zu nutzen, die bei Verkäufen von Dritthändlern generiert werden. Amazon erhält als Marktplatzbetreiber Unmengen an Verkaufsdaten von den auf der Plattform tätigen Online-Händlern, etwa Verkaufszahlen, Umsätze, Lieferanten, Logistik, Kundenverhalten und Verkäuferperformance. Anhand dieser sieht Amazon, welche Produkte gut laufen und kann diese Produkte als Verkäufer auf dem Marktplatz kopieren oder direkt übernehmen und die konkurrierenden Dritthändler ausstechen. Das ist unfairer Wettbewerb.
Darum will Amazon künftig keine nicht-öffentlichen Daten mehr für den eigenen Verkauf nutzen und analysieren, die von den Verkäufen von Dritthändlern stammen und zu denen Amazon im Wettbewerb steht.
Das heißt aber nicht unbedingt, dass Amazon künftig keine von Dritthändlern generierten Daten mehr nutzt. Wahrscheinlicher ist, dass Amazon diese Daten in irgendeiner Weise auch für Dritthändler auf dem Marktplatz öffentlich und zugänglich machen wird. Denn der Konzern bekennt sich ja nur dazu, keine „nicht-öffentlichen“ Daten mehr zu nutzen.
Buybox: In der Buybox auf dem Amazon-Marktplatz zu landen, ist für Händler enorm wichtig. Die meisten Kunden kaufen direkt beim Händler, der in diesem Bereich angezeigt wird. Wie aber die Vergabe genau funktioniert und wie genau die verschiedenen Kriterien gewichtet werden, hält Amazon seit jeher geheim.
Nun verspricht Amazon, dass es künftig keine Bevorzugung für Amazon-Angebote bei der Vergabe der Buybox geben soll. Die Kriterien sollen gelockert werden. Außerdem soll in der Buybox direkt auch ein zweites konkurrierendes Angebot angezeigt werden, „wenn es ein zweites Angebot gibt, das sich hinsichtlich des Preises und/oder der Lieferung hinreichend von dem ersten unterscheidet“, wie es bei der EU-Kommission heißt. Das könnte bedeuten, dass es unter dem ersten Angebot ein zweites gibt, das günstiger ist, aber eine längere Lieferzeit hat.
Prime: Bei Prime sollen ebenfalls die Kriterien gelockert werden, die über die Qualifikation von Händlern für die Nutzung von Prime entscheiden. Zudem sollen Prime-Verkäufer künftig frei entschieden können, welche Dienstleister sie für die Logistik und den Versand wählen. Auch die Vertragskonditionen sollen dann selbst und unabhängig ausgehandelt werden können. Amazon erklärt darüber hinaus, dass man über Prime erhaltene Informationen über Bedingungen und Leistungen von Drittanbietern nicht mehr für die eigenen Logistikdienste verwenden will.
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