In dem Betrugsfall um eine Gruppe von Amazon-Beratern ist ein erstes Urteil gefällt worden: Der Inder Rohit Kadimisetty habe sich schuldig bekannt und sei geständig, berichtet Heise Online. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten in einem US-Gefängnis, einer Überwachung über drei Jahre sowie einer Geldstrafe von 50.100 US-Dollar. Die Ermittlungen gegen die restlichen Beteiligten dauern noch an und sogar das FBI ist involviert.
Die Aktivitäten der sechsköpfigen Gruppe wurden bereits Ende 2020 bekannt. Die Angeklagten waren ehemalige Angestellte von Amazon und sind als Berater von Marketplace-Händlern aufgetreten. So sollen sie unter anderem ihre einstigen Amazon-Kollegen bestochen haben, um die Angebote konkurrierender Händler negativ zu beeinflussen und ihren Kunden somit einen Vorteil zu verschaffen. Sobald Händler die Dienste der Bande nicht mehr entsprechend bezahlen konnten oder wollten, wurden sie selbst zum Opfer und sahen sich mit verunstalteten Produktinformationen auf der Verkaufsplattform konfrontiert.
Neben der illegalen Wettbewerbsbeeinflussung soll die Bande dabei auch vertrauliche Kundendaten sowie interne Amazon-Daten ausspioniert haben. Mittels solcher Insider-Informationen konnten die vermeintlichen Berater dann beispielsweise dabei helfen, gesperrte Händlerkonten durch Tricks wiederzueröffnen.
Update [15.02.2022; 15:00 Uhr]
Ein Sprecher von Amazon ließ uns nach Veröffentlichung des Beitrags folgendes Statement zukommen: „Wir arbeiten hart daran, ein vertrauenswürdiges Einkaufserlebnis zu schaffen, indem wir Kunden, Vertriebspartner und Amazon vor Betrug und Missbrauch schützen, und wir haben Systeme im Einsatz, um verdächtiges Verhalten zu erkennen. Bei Amazon ist kein Platz für Betrug und wir werden weiterhin alle Maßnahmen ergreifen, um unseren Shop zu schützen und schlechte Akteure zur Verantwortung zu ziehen.“ [Hinweis d. Redaktion: Das englische Zitat wurde von uns ins Deutsche übersetzt.]
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