Die Serie an Überprüfungen und Razzien bei Amazon reißt nicht ab. Auch in dieser Woche hat sich der Zoll den logistischen Bereich des Online-Riesen genauer angeschaut. Konkret ging es dieses Mal um den Standort Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein, zwischen Hamburg und Lübeck. Insgesamt 200 Beamte des deutschen Zolls seien vor Ort gewesen, um die Paketfahrerinnen und -fahrer wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit zu prüfen.
Amazon selbst zeigte sich nach Angaben von Heise Online kooperativ: „Wir sind gerne bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um jedem Fall nachzugehen“, wird ein Sprecher des Konzerns zitiert. „Unsere Partner sind verpflichtet, sich an die geltenden Gesetze und den Verhaltenskodex für Amazon-Lieferanten zu halten.“
Der Verdacht auf Schwarzarbeit liege den Berichten zufolge deshalb nahe, da der Zoll im Rahmen von Razzien in der Vergangenheit schon illegal beschäftigte Lagerarbeiter bei Amazon angetroffen habe. Bei einer Überprüfung im Mai waren die Beamten am Standort Rheindahlen bei Mönchengladbach etwa auf 19 Menschen gestoßen, bei denen der Verdacht bestand, dass sie mithilfe teils gefälschter Ausweisdokumente vortäuschten, legal in Deutschland zu sein oder eine Arbeitsgenehmigung zu haben. Auch Fälle mit einem Verdacht auf Mindestlohnverstöße habe die Behörde bei Subunternehmen von Amazon zuletzt aufgedeckt. Wie die Bilanz der jüngsten Kontrolle ausgefallen ist, ist noch nicht bekannt.
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