Viele Händler haben durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen einen Aufschwung im Online-Handel verzeichnen können. Offenbar erstreckt sich diese Entwicklung zu einem Teil auch auf den Handel mit Drogen. Denn wie das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen nun verlauten ließ, erleben der illegale Online-Handel sowie der globale Postversand von Drogen einen enormen Aufschwung. „Die Pandemie dürfte dieses Phänomen zusätzlich verstärkt haben“, zitiert Heise Online die Polizeibehörde. Diese gibt in ihrem sogenannten Lagebild Rauschgiftkriminalität 2020 Einblicke in die Situation und ihre Folgen.
So seien im vergangenen Jahr mehr als 400 Menschen allein in Nordrhein-Westfalen aufgrund von Drogen verstorben, was mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre einem vorläufigen Höchststand entspricht. Dabei seien die Todesopfer im Schnitt rund 43,1 Jahre gewesen.
Besonders auffällig zeigen sich die Werte rund um den Schmuggel: So habe sich die Zahl der registrierten Schmuggel-Fälle mit 816 verdoppelt. Den Experten des Zolls sei es gelungen, den Großteil dieser Fälle aufzudecken und Drogen, die Mithilfe des Postversands nach Deutschland geschickt werden sollten, abzufangen. Dass die Zahl der verzeichneten Schmuggelfälle derart signifikant angestiegen sei, könnte laut Polizei mit den Versuchen der Drogendealer zusammenhängen, vor den angekündigten Lockdowns 2020 ihre Lager aufzustocken.
„Der Rauschgifthandel hat sich weiter in den digitalen Raum, insbesondere in das Darknet, verlagert“, fassen die Ermittler laut Heise zusammen. Die Angebote, die das Bundeskriminalamt verzeichnete, hätten einen Anstieg von etwa 30 Prozent gezeigt. Der Preis der illegalen Substanzen würde demnach immer niedriger.
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