„Reine Willkür“, „super ätzend“ – das halten FBA-Händler von den neuen Amazon-Regeln
In verschiedenen Foren zeigen sich betroffene Händler vor allem wütend über die wohl kurzfristige Ankündigung bzw. Umsetzung der Änderungen. So beschwert sich ein Nutzer des Seller-Central-Forums: „Vor dem 16 Mai wurden die Auffüllbeschränkungen eingeführt und am 17. Mai verkündet.(...) Wie ist es möglich das eine Firma wie Amazon das nicht rechtzeitig realisiert? Jegliche Planung ist unmöglich bei derart massiven und kurzfristigen Änderungen.“ Ein anderer Forenteilnehmer spricht von „reiner Willkür“, das Interesse, mit Amazon weiter Geschäfte zu machen, gehe gegen null. Auch in der Facebook-Gruppe „AMAZON SEO“ regt sich Protest: „super ätzend“, kritisiert ein Nutzer. Manche glauben bzw. hoffen sogar, dass das Ganze ein technischer oder Systemfehler sein könne.
Lagerstopp und horrende Strafgebühren – das könnte Händlern bei Amazon drohen
Auch Amazon-Experte Stephan Bruns von der Agentur Revoic sieht dadurch „drastische Folgen“ für Händler, wenn deren LBI-Wert unter 500 sinkt: „Da der LBI nur alle drei Monate neu bestimmt wird, bedeutet eine Unterschreitung von 500 Punkten am Stichtag (1. Juli 2021), dass der Lagerbestand massiv begrenzt wird.“ Unter bestimmten Bedingungen können Händler je nach Art des Verkaufstarifs dann für drei Monate keine weiteren Artikel mehr über die jeweilige Grenze hinweg einsenden, bis deren Index wieder gestiegen ist.
Außerdem müssen Händler bei Überbestand mit Strafgebühren pro Kubikmeter rechnen, was vor allem Händler von Großgeräten vor enorme Probleme stellen könne, warnt Bruns und verweist auf das Beispiel eines Kunden: „Ein Händler musste rund 15.000 Euro Überbestandgebühren an Amazon zahlen, da der LBI im kritischen Zeitraum abgerutscht war. Zudem musste die gesamte Ware schnellstens zurückgeholt werden, da pro Tag über 1.000 Euro Strafgebühren anfielen.“
Das können Amazon-Händler jetzt tun
Händler, die von den Änderungen negativ betroffen sein könnten, müssten bald handeln, rät Bruns:
- Langsamdreher schnellstens abverkaufen, z. B. über Werbung oder Preismaßnahmen wie Coupons
- Alternativ: die Ware jetzt schon remittieren, liquidieren oder vernichten lassen
Generell sollten Händler vor der Nutzung von FBA auch künftig genau abwägen, welche Artikel sie einlagern. „Lieber langsam und mit Schnelldrehern starten, als das Lager jetzt für den Prime Day zu überfrachten und dann später auf hohen Kosten sitzen zu bleiben. Ein Hybrid-Versand aus FBA und FBM wird dadurch immer attraktiver“, so Bruns’ Empfehlung.
Weitere Tipps, wie FBA-Händler auf Amazon ihren Lagerbestandsindex verbessern können, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst.
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Pustekuchen!
Ich wollte heute wieder Artikel nach Amazon senden und musste feststellen das meine Lager-Maxima (auf Stückzahl-Ebene ) von 5000 Stück auf 2900 Stück gesunken ist. Zur Zeit habe ich 3300 Stück gelagert. Also 400 Einheiten bin ich schon über das Maxima. Ich kann nix mehr nach Amazon senden.
Ich muss erst 500 Einheiten Abverkauf abwarten, bis ich dann gnädigerweise 100 neue Einheiten liefern darf.
Unfassbar. So kann isch nit arbeide :(
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Am 15.5 hatten wir noch ein Limit von 120.000 Einheiten
am 16.5 dann 90.000
am 19.5 dann 60.000
und am 21.5 dann schließlich 34.000 Einheiten
Und das bei einem Warenbestand von 65.000 Einheiten . .
Das ist etwas was wir in 4 Wochen verkaufen . .
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Habt ihr überhaupt keinen Stolz ???
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