Amazon wird schon seit langer Zeit für seine Steuerpolitik kritisiert. Doch ausgerechnet der Chef des US-Konzerns hat sich jetzt für höhere Unternehmenssteuern ausgesprochen. „Wir unterstützen eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes“, erklärte Bezos in einer Nachricht auf dem hauseigenen Blog.
Hintergrund ist das billionenschwere Infrastruktur-Programm von US-Präsident Joe Biden. Mit einer Investition von rund zwei Billionen US-Dollar will die Regierung die landeseigene Infrastruktur modernisieren, Arbeitsplätze schaffen und so die Wettbewerbsfähigkeit der USA nachhaltig erhalten.
Bezos zufolge unterstütze Amazon die Investitionen in die amerikanische Infrastruktur. „Wir sehen, dass dieses Investment Zugeständnisse von allen Seiten erfordern wird – sowohl was die Details der konkreten Umsetzung als auch der Finanzierung dafür anbelangt“, so Bezos weiter. Und genau für den letzten Aspekt kommt die Besteuerung von Unternehmen ins Spiel, für deren Anhebung sich der Amazon-Chef in dem Kontext ausspricht.
Bezos ermutigte den US-amerikanischen Kongress und die Regierung, gemeinsam „die richtige, ausgewogene Lösung“ zu finden, die „die Wettbewerbsfähigkeit der USA sichert oder stärkt“. Dass sich Amazon oder Bezos zu politisch brisanten Themen öffentlich positionieren, kommt selten vor. Aber der Konzern kann auch gute PR gebrauchen: Kürzlich hatte Biden Amazon wegen seiner Steuerpolitik gerügt, zudem wurde bekannt, dass Mitarbeiter des Unternehmens in Flaschen pinkeln müssen, weil die Pausenzeit zu knapp bemessen ist.
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