Die Coronakrise hat durch die verzögerten Lieferungen, etwa aus Asien, deutlich die riskante Abhängigkeit von ausländischen Produktionsstandorten gezeigt. Daher könnten wieder mehr Unternehmen in Deutschland fertigen lassen, glaubt Arasch Jalali. Er hat 2012 die B2B-Plattform Profishop mitgegründet und spricht im Interview auch über den nötigen Digitalisierungsschub für die Branche, welche Fehler Amazon im B2B-Geschäft macht und warum sein erstes Unternehmen am Fax gescheitert ist.
OnlinehändlerNews: Auch auf den B2B-Handel hat die Coronakrise große Auswirkungen. Laut einer McKinsey-Studie ändert sich z. B. die Art des Kundenkontakts und wird zwangsweise digitaler. Gibt die Krise also auch dem B2B-Markt den dringend nötigen Digitalisierungsschub – und können Marktplätze, Anbieter und Kunden dabei überhaupt alle mitgehen?
Arasch Jalali: Die Coronakrise ist sicher ein weiterer Treiber der Digitalisierung im B2B-Markt. Doch auch schon vor der Krise hat die Geschwindigkeit deutlich zugenommen. Dies zeigt sich unter anderem mit Blick auf die Handwerksbranche. Wenn ein Handwerker den ganzen Tag auf einer Baustelle verbringt, dann liegt es ihm näher, in den nächsten Baumarkt zu fahren, als sich an den Computer zu setzen und seine Bestellung online aufzugeben. Unsere Mobile-Sales-Quote hat allerdings schon im letzten Jahr ein Umdenken gezeigt. Während 2017 die Quote noch bei 20 Prozent lag, ist diese 2019 auf 35 Prozent gestiegen.

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