Frank Schulze hat mit lkg24.de mitten in der Coronakrise einen Online-Marktplatz für Bücher aufgebaut. Der geschäftsführende Gesellschafter der Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH erklärt im Interview, was die größten Hürden beim Start waren, welche Rolle Amazon im Buchhandel spielt, wie das Unternehmen auch dem stationären Buchhandel helfen will und ob wir in Zukunft überhaupt noch auf bedrucktem Papier lesen werden.
OnlinehändlerNews: Mit der Coronakrise brach ihr Umsatz im März, unter anderem wegen der Liefersperren im stationären Handel, auf ein Fünftel ein, daraufhin haben Sie LKG auch als Bücher-Marktplatz für Endkunden aufgestellt – eine Verzweiflungstat?
Frank Schulze: Nein, keine Verzweiflungstat. Wir haben schon einige Zeit über einen eigenen Online-Shop nachgedacht, Corona hat die Umsetzung nur beschleunigt. Schon vorher konnten nicht alle Bücher unserer Verlage gekauft werden, weil letztendlich der Händler die Auswahl bestimmt und häufig nur noch Bücher in den Laden kommen, die sich schnell drehen. Der zeitweise Verkaufsstop von Büchern bei Amazon hat das Dilemma vor Augen geführt. Unser Ansatz ist, alle Produkte unserer Kunden zu zeigen und damit eine virtuelle Vergrößerung der Buchhandlung zu sein und dieses Konzept haben wir jetzt umgesetzt.

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