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Amazon erhält Auflagen für Corona-Schutz und entlässt kritische Mitarbeiter

Veröffentlicht: 15.04.2020
imgAktualisierung: 15.04.2020
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 3 Min.
15.04.2020
img 15.04.2020
ca. 3 Min.
Amazon-Mitarbeiter
© Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com
Amazon hat in Frankreich Auflagen von einem Gericht bekommen und muss beim Coronaschutz nachbessern. In den USA wurden unliebsame Mitarbeiter gefeuert.


Nach einem Gerichtsbeschluss soll Amazon in Frankreich vorerst nur noch Lebensmittel sowie Hygiene- und Medizinprodukte liefern. Das Gericht im Pariser Vorort Nanterre erklärte am Dienstag, dass Amazon seine Verpflichtung zum Schutz der Angestellten in den Logistiklagern nicht erfüllt habe. In allen Lagern solle nun eine Risikobewertung durchgeführt werden, zudem müssten erforderliche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen von Amazon eingeleitet werden, berichtet Heise.

Amazon zeigte sich mit der Entscheidung nicht einverstanden und ließ mitteilen, dass man versuchen werde, schnell „zu verstehen, was das für unseren Betrieb in Frankreich bedeutet“. Amazon habe in den letzten vier Wochen 1,5 Millionen Schutzmasken und 27.000 Liter Händedesinfektionsmittel an seine französischen Logistikstandorte geliefert. Sofern sich Amazon nicht schnell um die vom Gericht festgestellten Versäumnisse kümmert, könnte es teuer werden: Laut Gerichtsurteil drohe für jeden Tag, an dem Amazon den geforderten Gesundheitsstandards nicht nachkomme, eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro.

Probleme mit der Gewerkschaft

Die Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires hatte die Verfügung gegen Amazon beantragt. Der Vorwurf lautete, dass Amazon in den Lagern nicht die Möglichkeit biete, geforderte Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus einzuhalten. Diese Vorwürfe sind für Amazon nicht neu und häuften sich zuletzt. Im Logistiklager in Staten Island in den USA organisierte der Amazon-Mitarbeiter Chriss Smalls einen Streik, um auf die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen hinzuweisen. Kurz darauf wurde er entlassen. Die Begründung lautete kurioserweise, dass er die Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten hätte.

Vor wenigen Tagen ist Amazon erneut gegen kritische Mitarbeiter vorgegangen. Die UX-Designerin Emily Cunningham und ihre Kollegin Maren Costa wurden am Freitag entlassen. Cunningham habe sich „mehrfach internen Vorgaben widersetzt“, teilte Amazon mit. Cunningham ist eine große Kritikerin ihres ehemaligen Arbeitgebers und äußert diese Kritik häufig auf Twitter. So warf sie Amazon mangelnden Klimaschutz vor und kritisierte besonders in den vergangenen Wochen die Arbeitsbedingungen in den Amazon-Logistiklagern, in denen die Mitarbeiter nicht ausreichend vor Covid-19 geschützt werden.

Schon zu Jahresbeginn hatte Amazon Cunningham – die auch Mitglied der Mitarbeitergruppe Amazon Employees for Climate Justice ist – mit Entlassung gedroht. Man respektiere die Kritik von Mitarbeitern, kritische Mitarbeiter genössen aber keine pauschale Immunität, um sich internen Vorgaben zu widersetzen, teilte Amazon dem Spiegel zufolge mit. Diese geben vor, dass Angestellte nur mit Erlaubnis ihrer Vorgesetzten öffentlich über die Geschäfte des Konzerns sprechen dürfen.

Veröffentlicht: 15.04.2020
img Letzte Aktualisierung: 15.04.2020
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Martin
18.04.2020

Antworten

@oejendorfer
Letzte Woche habe ich zufällig einen Bericht über Amazon Deutschland in der Sendung Galileo gesehen.
Da die Redakteure das Gelände nicht betreten durften, hat Amazon mal eben selber auf dem Gelände gefilmt und dargestellt wie sie Hygienevorschri ften einhalten.
Das war ein perfekter Propaganda-Beit rag.
Redaktion
16.04.2020

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Lieber oejendorfer,

von Amazon Deutschland sind bisher keine entsprechenden Informationen bekannt. In Deutschland hat Amazon auch keine gerichtlichen Auflagen zu erfüllen. Sofern sich hier etwas ändert, berichten wir natürlich darüber.

Beste Grüße,
die Redaktion
Andy
15.04.2020

Antworten

Naja, irgendwo schon richtig. Betriebsgeheimn isse gehören nicht in die Öffentlichkeit. Wenn das ganze rufschädigend für das Unternehmen ist, kann man die Maßnahmen verstehen. Es ist eine Sache Kritik intern zu äußern, aber eine ganz andere diese öffentlich stark zu publizieren. Kann somit die Unternehmensfüh rung verstehen und auch die entsprechenden Konsequenzen.
oejendorfer
15.04.2020

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Gibt es amtliche Informationen wie es sich in den Deutschen amazon Versandlagern verhält ?