Testergebnisse, wie etwa von der Stiftung Warentest, und Kundenbewertungen in Online-Shops sind für viele Kunden wichtige Kriterien beim Online-Einkauf. Doch die Ergebnisse der Tester und die Bewertungen der Kunden liegen oft weit auseinander. Die Stiftung Warentest hat nun am Beispiel von Amazon-Bewertungen gezeigt, woran das liegen könnte. Zeitgleich warnt die Stiftung davor, Kundenbewertungen zu sehr zu vertrauen.
„Nur in knapp einem Drittel der Fälle ist unser Testsieger auch das Produkt mit der besten Amazon-Bewertung“, erklärt die Stiftung Warentest zum Einstieg. Die Studie „Should We Reach for the Stars“, an der die Stiftung Warentest nach eigenen Angaben nicht beteiligt gewesen sei, komme zu dem Ergebnis, dass sich die Sterne-Bewertungen bei Amazon nicht gut eignen, um die Qualität eines Produktes einzuschätzen.
Das liege daran, da die Verbraucher eben nicht nach neutralen Kriterien bewerten: „Internetshopper äußern sich oft emotional und vertreten häufig extreme Meinungen zu den gekauften Produkten“, so die Stiftung Warentest. „Wer sich den Aufwand macht, eine Rezension zu schreiben, hat sich meist über eine Ware wahnsinnig gefreut oder geärgert.“ Das Mittelmaß sei in vielen Bewertungen unterrepräsentiert. Die Stiftung rät Verbrauchern deshalb, sich von den Sterne-Bewertungen nicht blenden zu lassen.
Kritisch sei zudem, dass Amazons Sterne-Bewertung keinen Durchschnitt der abgegebenen Rezensionen abbilde. „Amazon rechnet anstelle des Durchschnitts mit einem Modell, dass verschiedene Kriterien berücksichtigt – etwa wie alt eine Bewertung ist, wie nützlich andere Käufer eine Kritik fanden, ob es sich um einen verifizierten Kauf handelt und wie authentisch Rezensenten wirken“, habe die Stiftung auf Anfrage an den Online-Händler erfahren. Deshalb seien Bewertungen für Verbraucher mit Vorsicht zu genießen, warnt die Stiftung.
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