Kritik an Amazons Doppelrolle als Händler und Marktplatz
In der Kritik steht das Unternehmen besonders wegen seiner Doppelrolle, so Der Standard weiter. Zum einen ist Amazon selbst ein klassischer Online-Händler. Es bietet eigene Waren zum Verkauf an Kunden an. Zum anderen ist Amazon aber auch ein Marktplatz, auf dem auch andere Händler verkaufen können. Der Handelsverband hat nun Grund zur Annahme, dass Amazon widerrechtlich Daten zwischen seinen beiden Geschäftsfeldern austauscht und damit einen großen wettbewerbstechnischen Vorteil gegenüber anderen Händlern erwirbt. Ergebnis dieses Datenaustausches sei unter anderem, dass Amazon Produkte, die bei Händlern gute Verkaufszahlen erzielen, mit der Zeit selbst anbieten würde und die Händler durch einen geringeren Preis verdrängen würde.
Zusätzlich stehen auch die Verträge mit Händlern auf dem Prüfstand: Wie Der Standard berichtet, sollen die Verträge mit starken Vorbehalten und Unklarheiten zu Gunsten des Unternehmens gespickt sein. Außerdem soll Amazon jederzeit ohne Grund Verträge mit Händlern gekündigt haben. Amazon aufgrund dieser Geschäftspraktiken den Rücken zu kehren, sei allerdings keine Lösung, äußert sich der Handelsverband laut Standard. Bei der Beschwerde ginge es darum, kleine Händler vor der Verdrängung zu schützen: „Wir haben schlicht keine andere Wahl, um die 600.000 Arbeitsplätze im österreichischen Handel zu sichern“, wird der Interessenverband vom Standard zitiert. Es gäbe eben kaum Alternativen. All das ist auch Thema des Kartellverfahrens in Deutschland, welches mit Spannung verfolgt wird.
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