YouTube-Sales steigen um 350 Prozent
Über den Analytics-Bereich hat Buttinette die Ergebnisse übersichtlich auswerten können. „Wir konnten genau nachvollziehen, wie die Integration funktioniert und wie sie sich auf unser Geschäft auswirkt“, so die Social-Media-Verantwortliche. Und wie lief das? „Die Ergebnisse haben uns ehrlich gesagt selbst überrascht: Unsere Sales über YouTube haben sich um 350 Prozent gesteigert, und die Zahl der Sitzungen, also der Besuche auf unserem Online-Shop, wuchs um 250 Prozent“, verrät sie.
Einen besonders beeindruckenden Effekt gab es beispielsweise bei einem Video zu einem Adventskranz, der einfach aus Wolle gehäkelt werden konnte. Das Video ging über ein Wochenende viral – und die entsprechende Wolle war daraufhin wochenlang in allen Farben ausverkauft. „Wir hatten gehofft, dass das Feature gut ankommt, aber mit so einem großen Effekt hatten wir nicht gerechnet. Umso mehr hat es uns gefreut – auch, weil es für die Nutzer:innen ja ebenfalls eine ganz neue Art der Interaktion ist“, sagt Sabrina Jansen. „Das hat uns gezeigt: Diese direkte Verknüpfung hat auf YouTube wirklich gefehlt. Vorher waren nur Links in der Beschreibung möglich – jetzt sehen wir den echten Mehrwert für unsere Strategie“, freut sich Danny Jäger.
Reichweite und Qualität erfordern hohen Aufwand
Für einen erfolgreichen YouTube-Kanal, wie Buttinette ihn betreibt, braucht es umfangreiche Ressourcen. User:innen erwarten eine hohe Qualität, nicht nur Faktoren wie Videoauflösung, Kameraführung oder Licht, sondern allem voran auch bei den Inhalten. Nähanleitungen sind beispielsweise sehr komplex. „Sie müssen so aufbereitet sein, dass unsere Community sie nachvollziehen und nacharbeiten kann. Dafür braucht es fachliche Kompetenz, und genau deshalb machen wir das intern“, erklärt Danny Jäger. Für die Content-Produktion werden Näh-, Bastel- oder Handarbeitsideen durch z. B. Schneiderinnen und Modellstrickerinnen umgesetzt. „Dieser Aufwand wird von außen oft unterschätzt, ist für uns aber zentral. Es liegt in unserer DNA, Kund:innen zu inspirieren und ihnen konkrete Hilfestellung zu geben.“ Produktmanagement, Content-Produktion, Social Media und die kreativen Teams arbeiten dafür eng zusammen. „Wir sind überzeugt: Eine externe Agentur könnte dieses Qualitätslevel nicht leisten“, führt er zu dieser Inhouse-Strategie aus.
YouTube ist kein Abverkaufskanal – die Community zählt
Dennoch sollte dies kleinere DIY-Händler:innen nicht abschrecken – sie können davon lernen. „Für uns ist das Wichtigste: YouTube lebt von der Community. Wir fragen uns bei jedem Video: Für wen machen wir das? Was ist der Mehrwert, ist das Video besonders informativ, unterhaltsam oder relevant?“, erklärt Sabrina Jansen.
„YouTube ist für uns kein reiner Verkaufskanal. Es geht um Inspiration, Ideen und das Vermitteln eines Gefühls. Unsere Produkte stehen nicht im Vordergrund – sondern was man daraus machen kann“, fügt Danny Jäger hinzu und betont: „Authentizität ist wichtiger als perfekte Inszenierung.“
Buttinette plant, die Videoaktivitäten auf YouTube weiter auszubauen und investiert gezielt in Technik und Personal. „Aktuell sind wir wieder in einer Investitionsphase, haben bereits unser Set erweitert und die Qualität unserer Videos gesteigert, unter anderem durch weiteres Fachpersonal“, so der E-Commerce-Leiter. Ziel sei es, Inhalte „noch verständlicher und inspirierender“ aufzubereiten.
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