So hat Corona unser Konsumverhalten geprägt

Veröffentlicht: 26.03.2025
imgAktualisierung: 26.03.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.03.2025
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ca. 2 Min.
Smartphone zeigt Nielsen Logo vor Laptop mit verschiedenen Graphen.
rafapress / Depositphotos.com
Der große Online-Shopping-Hype ebbt mittlerweile wieder ab. Aber sowohl stationär als auch online shoppen die Leute heute anders.


Das zum Marktforschungsinstitut Nielsen gehörende Marktanalyseunternehmen Nielsen IQ (NIQ) bietet im Rahmen seiner Langzeitstudie Consumer Life jetzt Einblicke darin, wie die Pandemie unser Konsumverhalten verändert hat. Anlass der Revue ist dabei der fünfte Jahrestag des ersten Lockdowns in Deutschland.

Wie die Daten der Forschenden zeigen, haben sich nicht alle Pandemie-Hypes halten können. Doch auch zuvor entstandene Entwicklungen wurden ausgebremst.

Online-Boom hat nachhaltigen Erfolg

Zu Zeiten von Lockdowns und ohnehin leeren Supermarktregalen konnte der Online-Handel zum großen Sieger aufsteigen. Doch auch nach der Pandemie können viele Online-Shops sich stabil halten. Dabei schaute Nielsen vor allem auf technische Gebrauchsgüter: Vor der Pandemie wurde hiervon nur knapp ein Drittel online gekauft – 2021, zur Corona-Hochzeit, waren es nahezu 50 Prozent. Auch jetzt kann sich der Trend halten und der Absatz findet zu 48 Prozent im Online-Handel statt.

Stationäre Geschäfte stiegen, bedingt durch die Pandemie, zu großen Teilen in den Online-Handel ein oder bauten diesen weiter aus. Auch das macht sich bezahlt. Lagen die Anteile des Online-Umsatzes vor der Pandemie hier noch um lediglich zehn Prozent, konnten sie 2021 auf 19 Prozent gesteigert werden und machen mittlerweile immer noch 16 Prozent aus. Omnichannel ist gekommen, um zu bleiben.

Nachhaltigkeit verliert an Relevanz

Nachhaltige Produkte kosten üblicherweise mehr. Die Pandemie führte bei vielen Menschen nicht nur zu einer Art Rückbesinnung zur Natur, sondern schlicht auch einfach zu volleren Geldbeuteln. Schließlich blieben Reisen und Vergnügungen aus. Doch seitdem diese wieder möglich sind, haben sich die Prioritäten der Konsument:innen erneut verschoben. Gaben vor der Pandemie noch 34 Prozent der Befragten eine gewisse Opferbereitschaft im Namen der Natur an, sind es mittlerweile nur noch 24 Prozent.

Einen Wermutstropfen für die Natur gibt es aber: Der Absatz von Bio-Produkten sowie veganen Alternativen ist weiterhin steigend. Jedoch schauen die Verbraucher:innen auch hier auf den Preis. Günstige Produkte aus dem Discounterbereich zeigten sich besonders beliebt.

Schnell und bequem: der Einfluss von Homeoffice

Alles in allem sind die Zahlen der daheim arbeitenden Menschen zwar weiterhin rückläufig – nicht so aber der Wunsch nach einem perfekten Mix aus Bequemlichkeit und Effizienz. Das gilt sowohl fürs Mittagessen als auch für die Gesundheit: Convenience-Produkte und Trinkmahlzeiten bleiben weiterhin beliebt. In Sachen Fitness werden schnelle optische Ergebnisse gewünscht, aber am liebsten ohne die Zeit zu investieren. Die Motivation liegt mehr in der Außenwirkung, als der eigentlichen Gesundheit.

Die Pandemie hat folglich vor allem dazu geführt, dass die Menschen im Hier und Jetzt leben wollen. Hohe Ausgaben – sowohl in Form von Zeit als auch Geld – werden als unbequem wahrgenommen. Unternehmen müssen flexibel auf kurzfristige Trenderscheinungen wie die Dubai-Schokolade (wir berichteten) reagieren können, dabei aber stets auch langfristige Entwicklungen im Blick behalten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.03.2025
img Letzte Aktualisierung: 26.03.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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1 Kommentare
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cf
27.03.2025

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Also alles wie immer - die Menschen wollen schnelle Erfolge ohne dafür zu arbeiten, die Umwelt schützen solange die Produkte so billig wie möglich sind und sich bequem auf ihrem Sessel niederlassen und online bestellen, während (wer nochmal?) die Pakete packt und in nahezu Echtzeit nach Hause liefert und barrierefrei die "Fernbedienung in die Hand legt" um jede unnötige Bewegung der Kundschaft zu vermeiden. Utopia, Paradies oder Weltuntergang? Schau´n wir mal, dann seh´n wir schon....