Zum Weihnachtsfest und den vorgelagerten Rabatttagen wie dem Black Friday wägen viele Verbraucher:innen auch in diesem Jahr recht genau Anschaffungen ab. So setzen sich beispielsweise knapp die Hälfte (46 Prozent) der Deutschen strenge Grenzen für die eigenen Ausgaben. Durchschnittlich wird mit einem Budget von etwa 183 Euro pro Kopf gerechnet. Das sind 38 Euro weniger als im vergangenen Jahr, wie eine Analyse des Shopsoftware-Anbieters Shopify ergab.

Daher ist der Handel mit Blick auf preissensible Angebote gefordert. „Die Verbraucher:innen in Deutschland gehen beim Shoppen sehr rational vor, aber sie sind nicht unbeweglich“, sagt Linda Hoffmann, Head of Partnerships DACH & Eastern Europe bei Shopify, zu den Studienergebnissen. Sie rät, dass Händler:innen den Einkauf über sämtliche Kanäle hinweg vereinfachen und synchronisieren sollten.

Werbeaktionen rechtzeitig starten

Für Händler:innen sei es empfehlenswert, gezielt und frühzeitig Werbeaktionen für ihre Black-Friday-Angebote zu starten: Ein Viertel der Deutschen wird früher mit den Weihnachtseinkäufen beginnen. Allerdings würden nur etwa 14 Prozent der Händler:innen zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Aktionen starten. Diese „Konsum-Lücke“ bedeutet, dass der Handel Gefahr laufen kann, frühzeitig kaufbereite Verbraucher:innen zu verpassen, warnt Shopify.

Dennoch zeichnet sich in diesem Jahr eher ein gegenläufiger Trend ab. Händler:innen neigen dazu, weniger Rabatte zu dem Aktionstag zu geben. Eine Umfrage des Tech-Unternehmens Shopfully zeigt indes, dass der Black Friday von etwa einem Fünftel (22 Prozent) der Shopper:innen gerade aufgrund von Einsparpotenzialen interessanter geworden ist – ein kompletter Verzicht auf Aktionsangebote erscheint daher auch nicht ratsam.

Menschliche Interaktion schlägt KI

Die KI-Nutzung wird beim Online-Shopping immer selbstverständlicher, wie auch die Shopify-Studie unterstreicht: 72 Prozent der Konsument:innen wollen hierzulande KI-Tools für ihre Einkäufe nutzen. Gleichzeitig aber scheint dadurch laut Shopify auch der Wunsch nach menschlicher Interaktion beim Einkauf groß: 67 Prozent der Shopper:innen halten es für wichtig, ihre Produkte bei einer Person zu kaufen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 45 Prozent – ein deutlicher Zuwachs. Daher gilt es nun, KI mit transparentem, menschlichem Support zu koppeln – sonst riskieren Händler:innen einen Vertrauensverlust und negative Effekte auf ihr Geschäft, rät der Shopsoftware-Anbieter. „Bei aller Technikbegeisterung darf der menschliche Faktor beim Shoppen nicht vernachlässigt werden“, warnt Hoffmann. „Menschlicher Kontakt ist und bleibt wichtig, um Verbraucher:innen zu loyalen und zufriedenen Kund:innen zu machen, die nicht nur wegen der Rabatte da sind, sondern immer wiederkommen.“

Weitere Branchenexpert:innen bestätigen diese Trends. „Der Markt zeigt Ermüdungserscheinungen: Verbraucher:innen durchschauen künstlich aufgeblähte Rabatte, während Unternehmen in ruinösem Preiswettbewerb stecken. Gleichzeitig steigen die Werbekosten. Eine toxische Mischung aus sinkenden Margen und steigenden Akquisitionskosten“, meint etwa Marcel Schöne, Geschäftsführer der Marketing-Agentur Uppr. Eine Chance für Unternehmen liege in nachhaltigen Partnerschaften. „Statt kurzfristiger Rabattaktionen setzen kluge Marken auf strategische Kooperationen mit Influencer:innen, Content Creators und spezialisierten Publishern. So erreichen sie ihre Zielgruppen präziser, schaffen Vertrauen und erhöhen Authentizität. Das sind Faktoren, die in der Black-Friday-Flut oft untergehen“, so Schöne.

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