HDE gegen Verbot personalisierter Werbung
Der Deutsche Mittelstandsbund (DMB) spricht sich für Initiativen aus, die kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu künstlicher Intelligenz und personalisierter digitaler Werbung erleichtern. „Personalisierte Werbung ist für viele KMU ein wichtiger Hebel, um neue Kunden zu erreichen und sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten“, so DMB-Vorstand Marc S. Tenbieg. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstreicht die Bedeutung der gezielten, digitalen Kundenansprache. „Einer der größten Wettbewerbsvorteile des klassischen Fachhandels im wettbewerbsintensiven Handel ist das Wissen um seine Kunden und die Fähigkeit zur persönlichen Ansprache. Einschränkungen oder Verbote in der digitalen Welt würden dem mittelständischen Fachhandel dieses wichtige Differenzierungsinstrument im Wettbewerb nehmen“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.
Mit dem Digital Fairness Act plant die EU derzeit strenge Regulierungen für personalisierte Werbung. Der Chaos Computer Club (CCC), der sich seit Jahren u. a. für den Datenschutz von Verbraucher:innen einsetzt, plädiert für in diesem Zusammenhang für deren Verbot: „Personalisierte Werbung mit Tracking, Profilbildung oder Verhaltensanalysen sollte daher endlich als das behandelt werden, was sie ist: ein gefährlicher Manipulationsmechanismus, der nicht normalisiert werden darf.“ Stattdessen sollte man „Privacy by Design“-Ansätze fördern und auf kontextbasierte Werbung setzen. „Ihre Stärkung kann ein wirksamer Hebel dafür sein, kleine und mittlere Unternehmen (z. B. Medien- und Pressehäuser) aus der Abhängigkeit von sehr großen Tech-Unternehmen zu befreien, die aktuell den Werbemarkt dominieren und Werbepraktiken in ihrem Interesse vorantreiben“, so der CCC. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält eine Regulierung „für überfällig“.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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