Bereits im Mai dieses Jahres stellte PayPal seine neue Werbestrategie unter dem Namen Offsite Ads vor. Jetzt kommt diese endlich nach Deutschland, aber auch nach Großbritannien. Wie das Unternehmen ankündigte, können die personalisierten Anzeigenformate sowohl auf Websites, Apps sowie im Bereich Fernsehen ausgespielt werden. Startschuss ist in den kommenden Monaten.
So funktionieren die transaktionsbasierten Anzeigen
Im klassischen Advertising Markt nutzen Werbetreibende meistens die über Cookies erhobenen Daten verschiedener Websites und spielen Anzeigen entsprechend dieser aus. Dadurch kommt es zustande, dass man beispielsweise fünf Minuten nachdem man höhenverstellbare Schreibtische gegoogelt hat Anzeigen zu eben jenen Suchfragen ausgespielt bekommt. Die Advertiser sehen das Interesse an diesem Suchbegriff und mutmaßen ein bestehendes Kaufinteresse.
Anders soll das bei den PayPal Offsite Ads nun funktionieren. Denn wie PayPal äußert, hat es eine fundamental andere Datenbasis als Händler: „Für Werbetreibende ist dies ein grundlegend anderer Ansatz als bei bestehenden Lösungen. Da PayPal horizontal über Millionen von Händlern hinweg operiert, können wir auf dem tatsächlichen Kaufverhalten bei verschiedenen Händlern aufbauen und sind nicht auf einzelne Händler beschränkt“, sagt Mark Grether, Senior Vide President und Geschäftsführer bei PayPal Ads.
Statt eines möglichen Kaufinteresses werden hier echte Kaufdaten genutzt. Hat man also tatsächlich Katzenfutter der Marke Whiskas gekauft, bekommt man auch weitere Werbung dieser ausgespielt. Ein Nachkauf ist schließlich naheliegend.
Aber wie ist das mit dem Datenschutz?
Gerade nach den jüngsten Problemen bei PayPal Deutschland ist das Vertrauen in den Zahlungsdienstleister leicht angeknackst. Der Gedanke, dass PayPal mit unseren Daten nun also mehr als das bisher Notwendige tut, könnte auf viele also etwas fragwürdig wirken. Das Unternehmen selbst bestätigt jedoch, dass Kundendaten durch die neuen Werbemaßnahmen in keinster Weise gefährdet werden.
Das Offisite Ads Modell wird dabei als „privacy first transaction-based Advertising“ (zu Deutsch: „Datenschutzorientierte und transaktionsbasierte Werbung“) bezeichnet. Welche konkreten Maßnahmen zum Datenschutz ergriffen werden und ob Nutzer:innen die Möglichkeit haben, der Nutzung ihrer Daten zu widersprechen, wird jedoch nicht weiter ausgeführt.
Grundsätzlich werden die ohnehin durch PayPal erhobenen Daten durch das von PayPal verwaltete System offenbar nicht an Dritte weitergegeben. Allerdings könnte man hierzulande fragen, ob das Modell mit der DSGVO vereinbar ist. Schließlich dürfen nach dieser nur genau so viele Daten wie nötig und nur zum zuvor bekannten Zweck erhoben werden. Nutzer:innen von PayPal stimmten bisher dem Zweck der Zahlung zu, dass ihre Daten jetzt auch für Werbung herhalten sollen, könnte Datenschutzbehörden also hellhörig werden lassen. Im Gespräch mit OnlinehändlerNews betonte eine Unternehmenssprecherin, dass die Einhaltung der hiesigen rechtlichen Vorgaben bei der Entwicklung des neuen Angebots höchste Priorität gehabt habe.
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