Der jährlich erscheinende Ads Safety Report gibt Einblick in Googles Maßnahmen gegen Missbrauch im Werbenetzwerk. Im Mittelpunkt des diesjährigen Berichts steht der Einsatz von Gemini, Googles KI-Modell, das die Anzeigenprüfung grundlegend verändert haben soll.
8,3 Milliarden Anzeigen blockiert, 24,9 Millionen Konten gesperrt
Laut Google haben die KI-gestützten Systeme im vergangenen Jahr über 99 Prozent aller Anzeigen, die gegen die Richtlinien verstoßen, abgefangen, bevor diese Nutzer:innen angezeigt wurden. Insgesamt seien 8,3 Milliarden Anzeigen blockiert oder entfernt sowie 24,9 Millionen Werbekonten gesperrt worden – darunter 602 Millionen Anzeigen und vier Millionen Konten mit Bezug zu Betrugsmaschen.
Der entscheidende Unterschied zu früheren Systemen liege laut Google in der Analysemethode: Während ältere Modelle vor allem auf Keywords setzten, verstehe Gemini die tatsächliche Absicht hinter einer Anzeige. Das Modell analysiere dabei Hunderte Milliarden Signale, unter anderem das Alter eines Google-Ads-Kontos, Verhaltensmuster und Kampagnenstrukturen.
Echtzeit-Prüfung und schnellere Reaktion auf Nutzermeldungen
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports: die Prüfung von Anzeigen in Echtzeit. Ende 2024 wurde laut Google die Mehrheit neu erstellter Responsiver Suchanzeigen bereits beim Einreichen geprüft und bei Verstößen direkt blockiert. Dieses Verfahren sei auf weitere Anzeigenformate ausgeweitet worden.
Auch bei der Bearbeitung von Nutzermeldungen zeigt der Bericht deutliche Verbesserungen: Google zufolge konnten 2025 viermal so viele gemeldete Anzeigen bearbeitet und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden wie im Vorjahr.
Weniger Fehlsperrungen für legitime Werbetreibende
Für Online-Händler relevant ist auch eine andere Zahl aus dem Report: Die Rate fälschlicherweise gesperrter Werbekonten soll um 80 Prozent gesunken sein. Google führt das auf die verbesserte Fähigkeit von Gemini zurück, zwischen einem seriösen Angebot und einer betrügerischen Anzeige zu unterscheiden – auch wenn Letztere gezielt versucht, Erkennungssysteme zu umgehen.
Das bedeutet in der Praxis: Werbetreibende, die regelkonform Anzeigen schalten, sollen seltener von automatischen Sperren betroffen sein, während tatsächlich schädliche Inhalte konsequenter herausgefiltert werden.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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