Viele Kund:innen fühlen sich im E-Commerce zunehmend unter Druck gesetzt. Der Grund: sogenannte Dark Patterns, manipulative Designelemente, die gezielt Einfluss auf Kaufentscheidungen nehmen. Gerade in der Weihnachtszeit, wenn viele Menschen deutlich öfter Online-Shops ansteuern als sonst, steigt der Druck.

Dark Patterns: Fast überall

Eine aktuelle Umfrage belegt, wie weit verbreitet diese Strategien sind. Knapp 90 Prozent der Befragten geben an, auf Webseiten mit manipulativen Elementen konfrontiert worden zu sein. Etwa 85 Prozent haben mindestens einen Verkaufstrick wahrgenommen. Besonders häufig kommen künstlich erzeugte Knappheit, wie Countdown-Timer oder begrenzte Verfügbarkeitsanzeigen, sowie aufdringliche Pop-ups zum Einsatz.

„Wer mit Countdowns, roten Warnhinweisen oder angeblichen Gewinnspielen konfrontiert wird, entscheidet nicht mehr in Ruhe, sondern im Alarmmodus“, erklärt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ). „Genau auf diesen Reflex zielen viele dieser Designs ab.“

Erzwungene Spontankäufe

Die Folgen sind deutlich spürbar: Rund ein Drittel der Befragten gibt an, sich durch den Druck zu spontanen Käufen hinreißen zu lassen, die sie später bereut haben. Andere berichten, dass sie mehr Geld ausgegeben hätten als ursprünglich geplant. Besonders stark betroffen sind dabei jüngere Zielgruppen sowie finanzstärkere Konsumenten, die sich von der manipulativen Gestaltung der Online-Shops beeinflussen lassen.

Auf politischer Ebene wird das Problem zunehmend wahrgenommen. Die Europäische Union hat mit dem Digital Services Act (DSA) bereits erste Schritte unternommen, um Dark Patterns zu regulieren und den Verbraucherschutz zu stärken. Doch in der Praxis gestaltet sich die Durchsetzung der Regeln schwierig. Verbraucherschützer fordern daher strengere Maßnahmen und eine konsequentere Überprüfung, um unlauteren Wettbewerb zu verhindern und das Vertrauen der Verbraucher in den E-Commerce zurückzugewinnen.

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