Jyll Saskin Gales, ehemalige Google-Mitarbeiterin, hat auf LinkedIn drei Werbestrategien offengelegt, die einst als Best Practices galten, inzwischen aber nicht mehr empfehlenswert sind. Ihre Kritik richtet sich dabei gegen die Aktivierung von Suchnetzwerk-Partnern, die Maximierung von Assets bei responsiven Suchanzeigen und den Einsatz von Display-Werbung im Google Display Network.
Suchpartner: „Leider Müll“
Eine ihrer schärfsten Kritiken gilt dem Suchpartner-Netzwerk, wie PPC Land berichtet. „Nein. Einfach nein. Leider ist dieses Inventar Müll“, stellt Gales unmissverständlich klar. Der Grund: Erst seit August 2025 macht Google transparent, auf welchen Seiten die Anzeigen der Partnernetzwerke geschaltet werden – und laut Gales bestätigen die verfügbaren Daten die schlechte Performance dieser Platzierungen. Händler sollten diese Option daher deaktivieren, um ihre Kampagnen effizienter auszurichten.
Responsive Suchanzeigen: Weniger Assets
Auch die Maximierung der Assets bei responsiven Suchanzeigen sieht Gales kritisch. Zwar klingt es zunächst sinnvoll, möglichst viele Headlines und Beschreibungen hinzuzufügen, um die Vielfalt der Anzeigen zu erhöhen. Doch Gales warnt, dass zu viele Elemente den Lernprozess der zugrunde liegenden KI stark verlängern und letztlich die Anzeigenleistung verschlechtern.
Statt wahllos zahlreiche Varianten zu erstellen, empfiehlt sie, sich auf eine überschaubare Zahl zu beschränken: maximal acht bis zehn Headlines und drei Beschreibungen. Dies ermögliche der KI, schneller und effektiver zu arbeiten, wodurch bessere Ergebnisse erzielt werden können.
Google Display Network: Ineffektiv?
Ein weiteres Augenmerk legt Gales auf Display-Werbung im Google Display Network, die sie als ineffektiv bezeichnet. „Wenn Sie mit ‚Zielgruppe‘ Bots meinen, dann ja“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern, um auf die mangelnde Präzision und Effektivität dieser Strategie hinzuweisen.
Ihrer Meinung nach sollten Händler stattdessen auf Plattformen setzen, die ebenfalls zum Google-Universum gehören, aber eine höhere Reichweite und bessere Zielgruppenansprache bieten, wie YouTube oder Discover. Diese Kanäle bieten nicht nur eine größere Vielfalt an Werbeformaten, sondern sprechen in der Regel auch echte Nutzer und nicht nur automatisierte Klicks an.
Google-Empfehlungen hinterfragen
Die Enthüllungen von Gales verdeutlichen, dass Händler und Werbetreibende kritisch hinterfragen sollten, welche Empfehlungen von Google tatsächlich sinnvoll sind. Blindes Vertrauen in Standardvorgaben oder veraltete Vorgehensweisen kann am Ende mehr schaden als nützen. Stattdessen rät Gales dazu, unabhängige Tests und Analysen durchzuführen, um die tatsächliche Wirksamkeit verschiedener Ansätze zu prüfen und Ads-Strategien entsprechend anzupassen. So können Händler sicherstellen, dass ihre Werbebudgets sinnvoll eingesetzt werden und echte Ergebnisse erzielen.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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