Jeder zweite Einkauf geschieht heimlich – so können Händler:innen das nutzen

Veröffentlicht: 28.08.2025
imgAktualisierung: 28.08.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
28.08.2025
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Frau sitzt auf dem Fußboden und hält sich die Hände vors Gesicht. Um sie herum lauter Einkaufstüten.
luismolinero / Depositphotos.com
Nicht jeden Einkauf möchte man mit stolz präsentieren. Das bestätigt eine aktuelle Studie von YouGov und Galaxus.


Ob Geburtstagsgeschenk oder Sexspielzeug – nicht alle Einkäufe möchte man direkt mit der Umgebung teilen. Mehr als die Hälfte der Kund:innen haben innerhalb des letzten Jahres bestimmte Einkäufe verheimlicht, wie eine durch Galaxus beauftragte Studie von YouGov jetzt herausfand.

Welche Produkte besonders betroffen sind und wie Online-Händler:innen die Erkenntnisse in ihre Verkaufsstrategie einpflegen könne, schauen wir uns genauer an.

Geheimniskrämerei: Deutschland und Österreich weit vorn

Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut YouGov insgesamt 2.651 Menschen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreich. Betrachtet man die regionalen Unterschiede, liegt Italien zwar mit insgesamt 57 Prozent heimlicher Käufe an der Spitze, dicht dahinter stehen jedoch Österreich mit 56 Prozent sowie Deutschland mit 55 Prozent.

Was die Geschlechterverteilung angeht, gibt es kaum Unterschiede: 51 Prozent der Frauen und 52 Prozent der befragten Männer verheimlichten im letzten Jahr Einkäufe. Anders sieht es dagegen bei den Altersgruppen aus. Vor allem Personen zwischen 15 und 29 Jahren (59 Prozent) sowie zwischen 30 und 44 Jahren (56 Prozent) legen Wert auf Diskretion. Bei den älteren Generationen nimmt die Geheimniskrämerei dagegen ab.

Vor wem verstecken Kund:innen ihre Einkäufe?

Gefragt wurde ebenfalls, vor wem die Einkäufe vorrangig versteckt werden. Wenig überraschend stehen hier Partner:innen mit 56 Prozent ganz weit vorn. Jedoch wurden auch Eltern (38 Prozent) und Kinder (18 Prozent) genannt – dabei spielt es vermutlich oft eine Rolle, wie die Lebensverhältnisse sind. In den meisten Fällen wird man vorrangig versuchen, Käufe vor Personen zu verbergen, die mit im gleichen Haushalt leben.

Diese Produkte werden besonders oft geheim gehalten

Da Sexualität in unserer Kultur für viele weiterhin ein Tabuthema ist, stehen mit 34 Prozent Produkte aus der Kategorie Erotik ganz weit vorn in der Liste heimlicher Einkäufe. Doch auch bei anderen Produktgruppen scheint eine gewisse Angst vor Verurteilung mitzuschwingen. So gaben 14 Prozent an, Fast Food heimlich zu konsumieren. Dicht dahinter stehen mit 13 Prozent Bekleidungsartikel, mit jeweils 12 Prozent Menstruationshygieneartikel sowie Medikamente.

Auch beim Kauf von Luxusartikeln fühlen sich nicht alle wohl: Acht Prozent der Studienteilnehmenden kaufen diese lieber still und leise. Ebenso frönen mache ihrer Leidenschaft fürs Gaming oder bestimmten Fankulturen (beides fünf Prozent) lieber im Stillen.

So kann der Online-Handel jetzt profitieren

Die Ergebnisse bieten zahlreiche Möglichkeiten, die vor allem Online-Händler:innen zugutekommen können. Im Rahmen der Befragung gaben 59 Prozent an, lieber online einzukaufen, da dies beim Verheimlichen helfe. Ein wichtiger Hebel sind dabei beispielsweise diskrete Verpackungen: Für 37 Prozent sind diese „sehr wichtig“ und für weitere 24 Prozent „eher wichtig“.

Die Erotikbranche hat dieses Thema schon lange verstanden und liefert nicht nur in neutralen Kartons. Der Online-Shop Eis.de bietet sogar die Möglichkeit einer neutralen Absenderadresse an. Solche Kniffe können sich auch andere Shops zunutze machen, um der Kundschaft das bestmögliche Einkaufserlebnis zu machen. Ebenso wie die Option, eine Bestellung als „Geschenk“ zu versenden, könnte sich der neutrale Versand dadurch als wertvolles Tool und gar Umsatztreiber entwickeln.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 28.08.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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