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Google baut Shopping-Suche in Europa um: Produkt-Karussells sind plötzlich weg

Veröffentlicht: 21.09.2026
imgAktualisierung: 21.09.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.09.2026
img 21.09.2026
ca. 2 Min.
Google Shopping
Casimiro_PT / Depositphotos.com
Google entfernt in Europa die Produkt-Karussells aus der Suche – und begründet das mit der Umsetzung des Digital Markets Act (DMA).


Innerhalb weniger Tage sind die bekannten Produkt-Karussells aus Googles Suchergebnissen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) fast vollständig verschwunden. Betroffen sind alle EU-Staaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Für Online-Händler:innen bedeutet das: Ein großer Teil der organischen Sichtbarkeit, die sie sich über Google Shopping aufgebaut haben, ist von einem Tag auf den anderen weg.

Reaktion auf den Digital Markets Act

Google hatte die Änderung bereits Anfang September angekündigt und begründet sie mit der Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) der EU-Kommission. Der DMA verbietet großen Plattformen wie Google, eigene Dienste in Suchergebnissen zu bevorzugen – genau das hätten die kostenlosen Produktlistungen und -Karussells getan. Google bezeichnete den Umbau nach eigenen Angaben als die stärkste Verschlechterung der Suchqualität in der 29-jährigen Firmengeschichte. Ginny Marvin, bei Google für Ads-Kommunikation zuständig, bestätigte, dass der Schritt auf die DMA-Vorgaben zurückgeht.

Rückgänge von bis zu 100 Prozent

Das niederländische Analyseunternehmen Productrise beobachtet Produkt-Karussells täglich anhand tausender Suchanfragen. Gründer Hugo Huijer registrierte für Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Schweden Rückgänge zwischen 90 und 100 Prozent innerhalb weniger Tage – während dieselben Suchanfragen in Großbritannien, den USA und Australien unverändert blieben. Auch Daten von Semrush zeigen dasselbe Bild.

Karussells weg, Preisvergleicher rücken nach

Statt der gewohnten Produkt-Karussells und -Raster sehen Nutzer:innen in der EU nun vor allem Listen von Preisvergleichsportalen und anderen Aggregatoren – sogenannte „Aggregator Units“, wie Google sie in seiner Suchdokumentation nennt. Der Shopping-Tab ist zudem aus der Navigation der Google-Suche verschwunden. Einzig Shopping-Anzeigen sind laut Branchenbeobachtern weiterhin durchgängig sichtbar.

Kristian Kunz vom deutschen Portal SEO Südwest sieht dadurch den Wert eines Eintrags im Google Merchant Center deutlich sinken, weil die entsprechenden Produkte kaum noch angezeigt würden. Produkt-SEO verliere zumindest mit direktem Bezug zu Google Shopping an Relevanz.

Kleinere Händler stärker betroffen

Größere Online-Händler könnten durch die Umstellung tendenziell mehr direkten Traffic verzeichnen, so die Einschätzung mehrerer Branchenbeobachter. Für kleinere Shops dürfte es dagegen schwieriger werden, überhaupt noch Sichtbarkeit über Google aufzubauen. Der Umbau reiht sich damit in einen längeren Trend ein: Schon durch die zunehmende Präsenz von KI-Zusammenfassungen (AI Overviews) war der Anteil organischen Traffics am Gesamt-Traffic vieler Online-Shops zuletzt rückläufig.

Ob Google für die EU künftig ein alternatives, DMA-konformes Produktformat einführt oder die Karussells dauerhaft verschwinden, ist bislang offen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 21.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Mathias
22.09.2026

Antworten

Wieder ein weiteres Beispiel für völlig verfehlte EU-Politik bzw. deren Maßnahmen. Naive EU-Behörden wollen nur "Gutes" und richten, wieder einmal, maximalen Schaden an. Reiht sich direkt ein, in die unendlich lange Liste von Fehlentscheidungen der EU. Direkt nach der neuen Packungsverordnung. Man kann nur noch den Kopf schütteln.
Stefan
21.09.2026

Antworten

Und wieder hat die EU zugeschlagen und wieder den kleinen Händler geschadet. Das kostet wieder Existenzen reihenweise. Google hat jedem die Chance gegeben. Nun ist wie immer nur wer Geld hat steht oben bzw.hat Geld für diverse Agenturen
Adversion
22.09.2026
Ist doch klar dass Google den kostenlosen Traffic abstellt nachdem sie eine Strafe zahlen mussten und jetzt mit jedem Klick verdienen will. Wie das von der EU vorgeschrieben wurde wird im Artikel nicht erklärt und ist doch Quatsch