Der Mix macht’s
Beide Werbeformate haben dank belegbarer Umsatzsteigerungen ihre Daseinsberechtigung und werden sich daher weder ablösen noch kannibalisieren. Ein Trend, der sich jedoch abzeichnet, ist, dass mittlerweile auch viele Streaming-Anbieter wieder verstärkt auf den klassischen Werbeblock setzen. So haben inzwischen Netflix wie auch Prime ein zusätzliches Modell, welches sich durch Werbung finanziert und dafür mit geringeren oder gar keinen monatlichen Gebühren berechnet wird.
Einen kleinen Shitstorm kassierte in diesem Zusammenhang vor allem Amazon Prime: Seit Ende des letzten Jahres werden über den Dienst Freevee kostenlose Inhalte angeboten – der Haken ist jedoch, dass diese Inhalte seitdem aus dem kostenpflichtigen Abonnement gestrichen wurden. Heißt: Leute, die Geld für ein Prime-Abo bezahlen, können manche Filme und Serien dort jetzt nicht mehr werbefrei sehen, sondern nur noch – mit Werbung – bei Freevee.
Anders handhabt das Netflix: Deren Werbe-Abonnement ist schlicht eine abgespeckte Version des vollen Abonnements. Filme und Serien gibt es hier nur bis HD-Qualität und einige exklusive Titel fehlen. Stets in allen werbefinanzierten Formaten mit dabei sind jedoch neben den offensichtlichen Werbespots auch weiterhin Produkt-Platzierungen und garantieren den Anbietern damit doppelte Umsätze.
Eine seichte Kritik zum Schluss soll erlaubt sein: Zwar hat sich in den letzten Jahren die Medienkompetenz, vor allem junger Leute, deutlich gesteigert, trotz allem lässt sich eine gewisse Doppelmoral nicht von der Hand weisen. Während Influencer:innen in den letzten Jahren wieder und wieder aufgrund mangelnder Werbekennzeichnungen gerügt werden, laufen Serien wie „Emily in Paris“ und Co. schamlos weiter, ohne jedwede Kennzeichnung.
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