Die Zukunft gehört sicheren Retail-Media-Netzwerken
Für Kollaborationen dieser Art müssen die Daten in der Regel geteilt oder zentralisiert werden. Wenn Händler das jedoch tun, besteht die Möglichkeit, dass Daten kopiert oder mit anderen Datensätzen vermischt werden. Dies erhöht nicht nur das Risiko von Datenmissbrauch und Datenschutzverletzungen, sondern kann auch das Vertrauen der Verbraucher negativ beeinflussen.
Händler und Marken werden aber auch in Zukunft nicht auf Kollaborationen verzichten können, um verschiedene Akteure einzubinden und ein effizientes Retail-Media-Marketing zu ermöglichen. Die Zukunft gehört daher sicheren Retail-Media-Netzwerken, in denen sich die verschiedenen Akteure zusammenfinden und Erkenntnisse aus First-Party-Daten gewinnen können, ohne dass diese Daten geteilt werden müssen.
Retail-Media-Netzwerke können helfen die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern
Für welche Marken und Unternehmen eignet sich Retail Media am ehesten?
Retail Media eignet sich für alle Händler, die als datengetriebenes Unternehmen ihre vorhandenen Daten für Marken und Medienunternehmen zugänglich machen möchten, um so von personalisierter Werbung zu profitieren. Händler, die sich entscheiden, ein Retail-Media-Netzwerk aufzubauen oder einem solchen Netzwerk beizutreten, schaffen damit neue Möglichkeiten, ihre Daten zu monetarisieren. Auch miteinander konkurrierende Händler können in einem Retail-Media-Netzwerk zusammenarbeiten, um gegenüber größeren Händlern wettbewerbsfähiger zu werden.
Gleichzeitig lohnt es sich für alle Marken, die ihre Produkte über Einzelhändler vertreiben, einem Retail-Media-Netzwerk beizutreten. Denn egal ob Konsumgüter- oder Sportartikelmarke, mit Retail Media eröffnet sich diesen Marken die Möglichkeit, relevante Zielgruppen mit der richtigen Botschaft zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen und die Wirkung der Kampagne genau nachzuvollziehen.
Auch Publisher und Datenanbieter profitieren von der Teilnahme an Retail-Media-Netzwerken, indem sie durch den Aufbau von Geschäftsbeziehungen mit Händlern und Marken neue Umsatzpotenziale erschließen. Datenanbieter können mit Retail-Media-Netzwerken außerdem die Lücke im Wissen über Kund:innen schließen, die mit dem Ende der Third-Party-Cookies entstanden ist.
Alle Akteure tragen zur Erfolgsmessung bei
Welche Tools zum Tracken der Conversions gibt es?
In einem Retail-Media-Netzwerk trägt jeder Akteur seinen Teil zur Erfolgsmessung der Retail-Media-Kampagne bei. Marken geben Aufschluss darüber, wer ein Produkt wie oft gekauft hat, Händler liefern Shopper-Marketing-Daten aus ihren Online- und Offline-Shops, und die Daten von Publishern helfen zu ermitteln, wer von der Kampagne erreicht wurde und wer nicht.
Durch die kollaborative Analyse dieser Datensätze ist es möglich, schnell und einfach ein inkrementelles Measurement durchzuführen, das den Anstieg eines gewünschten Ergebnisses nach der Durchführung der Kampagne berechnet. Beispielsweise kann eine Marke für Unterhaltungselektronik die Schnittmenge zwischen den Personen messen, die ein Produkt entweder bei ihr oder bei einem Einzelhändler gekauft haben, und den Personen, an die sich die Retail-Media-Werbung richtete.
Der Schutz von Kundendaten sollte immer im Fokus sehen
Gibt es rechtliche Stolperfallen, die Händler und Marketer bei der Anzeigenplanung beachten müssen?
Ja, denn wir befinden uns im Zeitalter des Datenschutzes, in dem mit der zunehmenden Zahl von Datenschutzbestimmungen auch die Kosten steigen, die mit Verstößen verbunden sind. Retail-Media-Netzwerke sollten daher nur mithilfe einer Technologie aufgebaut werden, die speziell für datenschutzsichere Datenkollaborationen entwickelt wurde und den Schutz der Daten sicherstellt.
Data Clean Rooms bieten eine geschützte Umgebung, in der mehrere Unternehmen auf der Grundlage ihrer First-Party-Daten zusammenarbeiten können. Doch Data Clean Room ist nicht gleich Data Clean Room. Verschiedene Lösungen mit unterschiedlichen Ansätzen haben sich seit dem Aufkommen der Technologie vor einigen Jahren etabliert.
Echte Data Clean Rooms ermöglichen durch sichere Datenkollaborationen die Nutzung von Datensätzen zur Analyse, Anreicherung, Segmentierung und Aktivierung relevanter Kundenerlebnisse für Zielgruppen. Indem sie sicherstellen, dass Daten zu keinem Zeitpunkt geteilt werden, behalten Unternehmen die Hoheit über ihre Daten.
Echte Data Clean Rooms helfen somit bei der Verwaltung und Aufrechterhaltung von Data-Governance-Praktiken, sowohl innerhalb einer Organisation als auch bei externen Geschäftspartnerschaften. Sie bieten die Kontrolle, Tools und Technologien, um eine datenschutzsichere Data Collaboration zu gewährleisten und den Schutz und die Integrität der Kundendaten in den Fokus stellen.
Prognosen: Retail Media wird bis 2026 TV-Werbung überholen
Wie ist ihre Einschätzung als Daten-Profi: handelt es sich um einen Trend, der bleibt oder eine bloße Hype-Erscheinung?
Retail Media ist definitiv gekommen, um zu bleiben. Laut Prognosen des internationalen Wirtschaftsverbands der Onlinewerbebranche IAB wird Retail Media in Europa im Jahr 2026 in Bezug auf die Werbeausgaben ein 25 Milliarden Euro großer Markt sein. Wenn diese Prognose zutrifft, dann hat Retail Media bis dahin die TV-Werbung überholt.
Diese hohen Investitionen sind nachvollziehbar, denn von Retail-Media-Netzwerken, die auf echten Data-Clean-Room-Lösungen basieren, profitieren alle Beteiligten. Händler behalten die Hoheit über ihre Daten und können diese durch Kollaborationen vollständig monetarisieren. Marken erreichen die für sie relevanten Personen direkt am Point of Sale.
Publisher erschließen neue Wachstumschancen durch den Aufbau von neuen Beziehungen zu Händlern und Marken. Auch Datenanbieter generieren neue Umsatzpotenziale, indem sie anderen Akteuren die sichere Nutzung ihrer Daten zur Anreicherung ermöglichen. Das macht deutlich: Retail Media ist jetzt im Mainstream angekommen. Es ist höchste Zeit, dass sich Händler für die nächste Phase der Onlinewerbung aufstellen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Über Dennie Trost
Dennie-Alexander Trost ist Director Sales CE bei InfoSum und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Sales, Business Development und Account Management. In den letzten zwei Jahren baute er ein eigenes Unternehmen auf und kehrte 2022 mit InfoSum zurück in den Technologiesektor. Zuvor war Trost als Market Lead DACH bei Facebook für das Audience Network verantwortlich und in leitender Position bei Xandr (damals AppNexus).
Über InfoSum
InfoSum ist die weltweit führende Data Collaboration Platform und die einzige sichere Data-Clean-Room-Infrastruktur, mit der Unternehmen weltweit ihre First-Party-Daten in großem Umfang sicher nutzen können, um bessere Kundenerlebnisse zu schaffen. InfoSum ist die einzige Lösung, die echte Multi-Party-Berechnungen und -Analysen über eine unbegrenzte Anzahl von Datensätzen hinweg ermöglicht. So können Unternehmen das volle Potenzial von Kundendaten ohne das Risiko von Datenlecks oder -missbrauch erschließen.
Der patentierte Safe Audience Transfer von InfoSum stellt sicher, dass Daten zu keiner Zeit bewegt werden. So schafft InfoSum das am besten geschützte, am besten vernetzte und am besten zugängliche Data Collaboration Network. Das Unternehmen wurde 2016 in Basingstoke, Großbritannien, von Nicholas Halstead gegründet und ist außerdem in Nordamerika, Europa sowie Australien und Neuseeland vertreten.
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