In 6 Schritten zum automatisierten Marketing im B2B-E-Commerce
Marketing Automation bedeutet weit mehr als nur eine Software zu installieren. Vielmehr muss der Shop-Betreiber zuallererst festlegen, welche Strategien und Ziele er verfolgen möchte. Dabei sollte auch die gesamte Belegschaft die vereinbarten Maßnahmen mittragen. Insbesondere gilt dies für die Mitarbeiter, die direkt im Kundenkontakt stehen – in erster Linie also das Marketing und der Vertrieb.
Schritt 1: Die persönlichen Schmerzpunkte ermitteln
Zunächst gilt es herauszufinden, welchen individuellen Herausforderungen die verschiedenen Abteilungen und Personen gegenüberstehen. Im Service sind das vielleicht vermehrte Beschwerden seitens der Kunden, der Vertrieb wiederum kämpft mit geringen Abschlussquoten, das Marketing ist mit einem rückläufigen Abonnenten-Zahlen beim Newsletter konfrontiert, und dem Customer Service bereitet ein erhöhtes Retourenaufkommen Sorgen. Dann heißt es, von diesen unterschiedlichen Blickwinkeln aus, zu ermitteln, welche Schmerzpunkte Marketing Automation beheben kann.
Schritt 2: Ein einheitliches Verständnis für alle Beteiligten schaffen
Eine erfolgreiche Umsetzung der Marketing Automation steht und fällt mit einer sorgfältigen internen Kommunikation, die allen Beteiligten eine einheitliche Definition von Marketing Automation vermittelt. Denn während die einen glauben, dabei ginge es lediglich um eine neue Software, sind andere womöglich der Meinung, sie würden nun von Robotern wegrationalisiert. Ein klares Verständnis, auch hinsichtlich der Deutung bestimmter Begrifflichkeiten, ist also unabdingbar. Die Schlagwörter „Lead“, „inaktiver Kunde“ und „gute Conversion Rate“ zum Beispiel dienen nämlich zudem der Orientierung im weiteren Verlauf des MA-Einführungsprozesses.
Schritt 3: Gemeinsam erreichbare Ziele herausarbeiten
Nicht nur hinsichtlich der Schmerzpunkte gibt es Abweichungen bei den involvierten Abteilungen und Personen. Auch haben diese in der Regel unterschiedliche Erwartungshaltungen an eine MA-Lösung. Diese sollte das Team bereits vor der Einführung des Systems auf den Tisch bringen und gemeinsam evaluieren. Denn Marketing Automation ist nun mal keine Allzweckwaffe und eignet sich nicht für alle Prozesse im Online-Handel. Klopft man die Umsetzbarkeit der Wunschvorstellungen im Vorfeld ab, herrscht für alle recht schnell Klarheit. Dann heißt es, gemeinsam erreichbare Ziele festzulegen und detailliert auszuarbeiten. Nur so lassen sich Marketingkampagnen analysieren, bewerten und verbessern.
Schritt 4: Buyer Persona(s) beschreiben
Sowohl dem Marketing als auch dem Vertrieb sollte die Zielgruppe des Online-Shops zwar prinzipiell bekannt sein, doch über je mehr Details sie bezüglich deren Vorlieben, Schmerzpunkte und sogar Verhaltensmuster verfügen, desto bessere Ergebnisse erzielt die MA-Kampagne. Hierzu empfiehlt sich die Entwicklung eines Buyer-Persona-Konzepts, mit dem sich die Eigenschaften eines typischen Vertreters der anvisierten Zielgruppe anschaulich illustrieren lassen.
Schritt 5: Abteilungsübergreifende Strategien ausarbeiten
Damit Marketing und Vertrieb reibungslos zusammenarbeiten können, ist es unerlässlich, dass beide die Stärken der jeweiligen Teams kennen und akzeptieren. Oftmals verfolgen beide dieselben Ziele und ihre Aktivitäten sind komplementär – die angewandten Strategien sind jedoch nicht dieselben. Hier gilt es, die beiden Bereiche aufeinander abzustimmen und einen einheitlichen, abteilungsübergreifenden Prozess zu definieren, der es gestattet, verborgene Synergieeffekte zu nutzen. So könnten etwa beide Teams gemeinsam am Erreichen der anvisierten Umsatzziele arbeiten – das Marketing würde sich dabei aber Lead-Generierungsziele setzen, während der Vertrieb den Umsatz von neu gewonnen Kunden im Blick hat.
Schritt 6: Vereinbarungen schriftlich festhalten
Ein weiterer Schritt, den es nicht zu vergessen gilt, ist, all die vereinbarten Aspekte in einem genannten Marketing-Sales-Alignment schriftlich zu fixieren. Dieses Dokument sollte alle besprochenen Punkte festhalten – angefangen bei der Buyer Persona bis hin zu detaillierten Wenn-Dann-Szenarien – und dient dazu, für beide Seiten Klarheit zu schaffen. Selbstverständlich heißt das nicht, dass die Inhalte in Stein gemeißelt sind. Ändern sich die Vorzeichen, muss natürlich auch die Vereinbarung entsprechend überprüft und angepasst werden. Ratsam ist daher ein turnusmäßig wiederkehrendes Meeting zum gemeinsamen Austausch beider Teams.
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