Tradition & Facebook als Basis für mehr Reichweite
Als Hauptziele definiert wurden dabei sowohl die Neukundenakquise als auch, die Marke Braasch als Qualitätsprodukt überregional bekannt zu machen. Dafür hat sich die Agentur zunächst auf die Ansprache von Shop-fremden, potenziellen Interessenten fokussiert. Dabei kam der Räucherei auch die eigene, große organische Reichweite auf Facebook zugute. Diese konnte als Basis für erfolgreiche sogenannte Lookalike-Kampagnen dienen: So lässt sich im Werbeanzeigenmanager von Facebook eine bestimmte Zielgruppe (Audience) erstellen, die bereits bestehenden Kunden bzw. Fans ähneln. Diese Personengruppe hat beispielsweise ähnliche demografische Daten oder Interessen und kann so auf das Produkt aufmerksam gemacht werden.

In Bezug auf die Gestaltung von Werbeanzeigen galt es, sich die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens zunutze zu machen – das familiäre Team und die Produkte mit jahrhundertelanger Geschichte. „Bei den Anzeigentexten wird der Fokus auf Qualität und langjährige Tradition gelegt, um den Trust hochzuhalten“, so Philipp Reittinger, Mitgründer und Geschäftsführer von ZweiDigital zur Vorgehensweise. Vertrauen ist gerade im Online-Handel ein besonders hohes Gut. „Der größte Unterschied zu anderen Online-Auftritten ist die Authentizität der Produkte und des Teams. Zum Beispiel, die Selbstverständlichkeit, dass der Begriff ,Katenschinken‘ als Aushängeschild fungiert und im Grunde ein einzigartiges Produkt darstellt.“ Neben Anzeigen auf Facebook wurde auch Google als Werbeplattform genutzt. Beide Kanäle empfand Christian Braasch als „herausragende Alternative zu klassischen Werbeformen wie Print, die extrem teuer geworden sind.“
Inmitten der Pandemie häuften sich indes auch Meldungen über Skandale in Fleischbetrieben. Davon habe man sich jedoch nicht beeinflussen lassen. „Da die Braasch-Produkte regional und traditionell hergestellt werden, hat man keine Parallelen zu den Unternehmen, die in diese Skandale verwickelt waren oder sind. Außerdem ist es Braasch als langjähriges Familienunternehmen sehr wichtig, hochqualitative Waren von motivierten und wertgeschätzten Mitarbeitern herstellen zu lassen“, so der Agenturchef.
„Wir mussten zusätzliche Mitarbeiter einstellen“
Die passende Strategie zu finden, gestaltete sich, wie so oft, als ein fortwährender Prozess. Zunächst hatten sich beide Parteien auf eine Testphase geeinigt – deren Ergebnisse hatten die Erwartungen der Schinkenräucherei aber „sogar übertroffen“. Während das stationäre Geschäft zurückging, wuchs das Online-Geschäft nicht zuletzt dank der gesteigerten Investitionen ins Marketing stark an. Die Kosten dafür belaufen sich auf einen unteren fünfstelligen Betrag, der sich ausgezahlt habe: Seit März konnte ein deutliches Kundenwachstum verzeichnet werden. „Wir haben durch die Maßnahmen im Online-Marketing zahlreiche neue Kunden hinzugewonnen und mussten zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um das Bestellaufkommen zu stemmen“, so Christian Braasch. Mit dem Umsatz sei er „sehr zufrieden“. Einen imposanten Eindruck von den zahlreichen Bestellungen, die das Unternehmen rund um Weihnachten auslieferte, vermittelt etwa auch ein Facebook-Post:
ZweiDigital will zusammen mit dem Familienbetrieb auch in Zukunft Maßnahmen erarbeiten und weiterentwickeln, damit der Betrieb in Zukunft breiter aufgestellt und nicht mehr so stark von dem örtlichen Tourismus und dem lokalen Ladengeschäft abhängig ist. „Künftig werden nun immer mehr Aktionen und Angebote geplant, die zu den jeweiligen Jahreszeiten passen und dafür sorgen, dass die Frequenz im Shop hoch bleibt“, so Philipp Reittinger. Angedacht sind etwa zwei bis drei Kampagnen im Monat. Der Traditionsunternehmer freut sich darauf: „Wir haben Lust, auch in Zukunft Kampagnen zu entwickeln, mit denen wir potenzielle Kunden noch besser erreichen und somit weitere Umsätze generieren können.“
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