Vermarktung von Online-Shops mithilfe von Deep Learning Algorithmen
Ein Gebiet, auf dem vor allem Deep-Learning-Modelle bereits erfolgreich eingesetzt werden, ist „AdTech“. Der Begriff steht kurz für „Advertising Technology“ und bezeichnet fortschrittliche, digitale Lösungen im Bereich der Online-Werbung. Für Shopbetreiber ist hier vor allem das dynamische Retargeting relevant. Dabei geht es darum, Shop-Besucher, die ihren Kauf nicht abschließen, mit personalisierten Online-Bannern auf anderen Websites anzusprechen, das Kaufinteresse erneut zu wecken und zur Conversion zu führen.
Während konventionelle Retargeting-Lösungen z. B. über die Google-Ads-Plattform recht komplex in der Einrichtung sind und einen hohen Aufwand in der Kampagnenpflege und -optimierung verursachen, schaffen AdTech-Anbieter wie releva.nz oder Criteo mit künstlicher Intelligenz Erleichterung.
Selbstlernende Algorithmen sorgen dafür, dass die passendsten Banner zur richtigen Zeit auf den richtigen Bannerplätzen und auf dem idealen Endgerät ausgespielt werden. Darüber hinaus muss der Shopbetreiber nicht tiefer in die Kampagnenoptimierung einsteigen, das übernimmt das Datencenter des jeweiligen Anbieters vollautomatisch. Eine zweistellige Steigerung der Conversion-Rate ist dadurch realistisch und durch konkrete Use Cases belegbar, wie auch die Case Study Lizenzking.de später zeigt.
Doch wie funktioniert das mit den Deep-Learning-Algorithmen genau und warum ist künstliche Intelligenz im Bereich der Vermarktung von Online-Shops bereits heute zuverlässiger und erfolgversprechender als nahezu jede andere Werbemaßnahme?
Der Schlüssel zu mehr Conversions durch AdTech ist die Art und Weise, wie die angewandten Algorithmen lernen. Im Gegensatz zu simpleren KI-Modellen wie Machine Learning, bei denen der Mensch sowohl den Algorithmus selbst als auch die gewünschten Ergebnisse vorab festlegt, agiert der Deep-Learning-Algorithmus wesentlich autarker. Bevor er eine Entscheidung trifft, probiert er verschiedene Herangehensweisen aus und vergleicht deren Ergebnisse miteinander. Dabei kombiniert er Datensätze immer wieder neu, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Je häufiger dieser Prozess wiederholt wird, desto mehr ist der Algorithmus in der Lage, selbstständig intelligente Entscheidungen zu treffen.
Angewendet auf Retargeting bedeutet das: Der Online-Händler gibt nicht vor, welche Anzeigenmotive an welche Zielgruppe ausgespielt werden und in welchen Situationen diese angesprochen werden soll. Stattdessen trifft der Deep-Learning-Algorithmus Entscheidungen auf Basis von Daten und Fakten und wird nicht durch die subjektive, menschliche Wahrnehmung manipuliert. Lediglich das Ziel, also beispielsweise die Maximierung von Conversions oder die Erfüllung bestimmter KPIs, wird vorab festgelegt.
So wird selbst die Performance von menschlichen Werbeanzeigen-Managern übertroffen, die langjährige Erfahrungen in diesem Bereich mitbringen. Denn auch sie handeln nach dem sogenannten „Confirmation Bias“ (zu deutsch: Bestätigungsfehler) und neigen dazu, Informationen so zu be- und verwerten, dass sie den eigenen Erwartungen entsprechen. Das wirkt sich in der Regel negativ auf die Ergebnisse von Retargeting-Kampagnen aus – und kostet Webshop-Betreiber im Zweifel viel Geld.
Deep Learning im AdTech hat darüber hinaus einen weiteren Vorteil: Würde man versuchen, die Vielzahl der Daten eines Online-Shops manuell in regelbasierte Machine-Learning-Modelle zu pressen, so wäre das von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn mit jeder neuen Erkenntnis müssten die Modelle überarbeitet werden – man würde also immer wieder bei Null beginnen. Da beim Deep Learning keine Daten und möglichen Zusammenhänge von vornherein ausgeschlossen werden, ist eine manuelle Korrektur nicht nötig.
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