Schlecker: For you. Vor Ort.
Die Drogeriemarktkette Schlecker ist zwar schon längst Geschichte, ein missglückter Werbespruch des Unternehmens blieb aber in Erinnerung und darf in dieser Aufzählung nicht fehlen. Der Ausspruch „For you. Vor Ort.“ ist nicht nur ein holpriger Mix aus Deutsch und Englisch, er passt auch nicht so wirklich zum damals schon angestaubten Image des Unternehmens. Ganz zu schweigen davon, dass „For you. Vor Ort.“ für so ziemlich alles stehen und werben kann. Zum Beispiel auch öffentliche Bahnhofstoiletten.
Apple verwirrt mit dem Offensichtlichen
Der Smartphone-Hersteller Apple macht vieles richtig. Nicht umsonst hat es der US-Konzern als erstes Privatunternehmen der Welt im Jahr 2018 zu einem Börsenwert von einer Billion US-Dollar geschafft. Der einstige Werbespruch „Wenn du kein iPhone hast, hast du kein iPhone“, dürfte allerdings nicht dazu beigetragen haben. Dabei liegt es noch nicht einmal am Wahrheitsgehalt dieser Aussage, denn diese ist tadellos und kann kaum bezweifelt werden. Fragwürdig ist dann doch eher der Werbeeffekt, den sich Apple mit dem Spruch erhofft hat. Die Tatsache, dass, wenn ich kein iPhone besitze, tatsächlich kein iPhone habe, lässt mich jetzt nicht sofort zum nächsten Apple-Store eilen, um das zu ändern.
Deutsche Bahn: „Die Bahn macht mobil“ oder „Die Bahn kommt“
Es klingt schon fast wie Hohn, wenn die Deutsche Bahn – chronisch verspätet – den eigenen Service mit Sprüchen wie „Die Bahn macht mobil“ oder „Die Bahn kommt“ bewirbt. Schließlich geht bei gefühlt jeder Schneeflocke oder jedem sich im Wind bewegenden Blatt nichts mehr beim Eisenbahnbetrieb. Zumindest mit dem zweiten Spruch hat das Unternehmen ein wenig Recht: Die Bahn kommt tatsächlich, die große Frage ist stets nur: Wann?
Pringles: „Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt“
Die amerikanische Chipsmarke Pringles rührte Ende der 90iger Jahre hierzulande ordentlich die Werbetrommel und versuchte mit allerlei bunten Werbefilmchen, auf sich aufmerksam zu machen. Mit dabei: Sambatänzerinnen, schlecht rappende Off-Stimmen und stets der fragwürdige Werbeslogan „Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt“. Dass dieser, besonders von pubertierenden Teenagern, gerne missverstanden und in einem anderen Kontext verwendet wurde, hätten sich die Werbetexter durchaus denken können. Nichtsdestotrotz ist die Marke heutzutage kaum noch aus den Chipsregalen wegzudenken. Vom missglückten Werbeslogan hat man sich inzwischen auch wieder getrennt.
So klappt’s auch mit den Werbesprüchen
Aber wie kreiert man denn nun einen wirklich guten Werbeslogan? „Headlines in den Werbemitteln entscheiden über die Interaktionsraten der Werbemittel mit dem Nutzer, dabei sollten Werbetreibende neben der Einprägsamkeit des Werbespruches vor allen Dingen eines beachten: Die Werbeaussage muss die Zielgruppe erreichen. Ein einfaches Modell, das Ihnen an dieser Stelle weiterhelfen kann, ist das AIDA-Modell”, erklärt Sebastian Denzin, Inhaber der Online-Marketing-Agentur SaphirSolution.
- A – AWARENESS: Aufmerksamkeit ist der Schlüssel – Ihr Werbespruch sollte einen Widerspruch beim Kunden auslösen, der dazu beiträgt, dass der Nutzer innehält und sich mit Ihrer Werbeanzeige beschäftigt. Hier ist es wichtig zu wissen, wer die Zielgruppe ist und was die Zielgruppe beschäftigt.
- I – INTEREST: Auf Aufmerksamkeit folgt Interesse – der Widerspruch sollte aufgeklärt werden und den Transfer zum eigentlichen Produkt oder der Dienstleistung herstellen.
- D – DESIRE: Im nächsten Schritt gilt es, einen Wunsch bei der Zielgruppe auszulösen. Bei digitalen Werbemitteln könnte es der Wunsch sein, mehr über das Thema auf der Landingpage zu erfahren.
- A – ACTION: Und die Königsdisziplin ist es, das Werbemittel in einem klar kommunizierten Call-to-Action (Handlungsaufforderung) münden zu lassen. Insbesondere in digitalen Werbemitteln ist die Handlungsaufforderung entscheidend für die Interaktionsraten.
„Mit dieser Schablone können Werbetreibende prüfen, ob ihr Werbespruch in der Zielgruppe ankommt. Kombiniert mit A/B Testings finden Sie schnell heraus, welche Werbeaussage zum gewünschten Erfolg führt”, so der Agentur-Chef.
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