Werbe-Algorithmen scheitern an ihrer Unmenschlichkeit

Veröffentlicht: 05.08.2019
imgAktualisierung: 06.08.2019
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.08.2019
img 06.08.2019
ca. 2 Min.
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© easy camera / Shutterstock.com
Werbe-Algorithmen verorten die wildesten Interessen bei den Nutzern. Der menschliche Faktor wird nämlich vergessen.


Kennen Sie das auch? Sie bewegen sich durch das Internet, vor allem auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Co., und dann werden Ihnen Werbeanzeigen für Produkte unter die Nase gerieben, an denen Sie nicht wirklich Interesse haben? Mir zumindest fallen derartige Werbeanzeigen immer wieder auf und ich frage mich: Wie kommt das zustande?

Ein Blick hinter den Vorhang

Grund dafür sind die Algorithmen, die manchmal hanebüchene Werbeinteressen festgestellt haben wollen. Mir reicht schon ein Blick in die Interessen, die Instagram unter anderem für mich auserkoren haben will – den ermöglichen Instagram und Facebook ja dankenswerterweise:

  • Bekleidung
  • Familie 
  • Videospiele 
  • Komödien
  • Rockmusik 
  • Fernseher 
  • First Person Shooter-Spiele
  • Grillen 
  • Elektronische Musik
  • Pizza
  • Schwangerschaft/Kleinkind 
  • Triathlon
  • Braut/Hochzeit
  • League of Legends

Triathlon? WTF?!

Und das ist nur eine Auswahl. Manche Interessen treffen dabei durchaus zu – Rockmusik, Grillen und Pizza zum Beispiel (wer liebt bitte nicht Pizza?!). Andere sind aber doch eher weiter hergeholt: Bei den Interessen für „Braut“ bzw. „Hochzeit“ kann ich mir nur erklären, dass ich Hochzeitsfotos von Arbeitskollegen und Freunden geliked habe. Auch „Schwangerschaft“ bzw. „Kleinkind“ muss aus einer solchen Aktivität herrühren. Jedenfalls habe ich noch keine Werbeanzeige zu diesen Themen angeklickt. Und welcher Aussetzer des Algorithmus dafür gesorgt hat, dass Instagram ein Interesse für Triathlon bei mir verortet, weiß ich beim besten Willen nicht…

Auf jeden Fall zeigt sich, dass der Algorithmus eine wichtige Verbindung offenbar nicht schafft: Den menschlichen Faktor. Wenn es meine Cousine wieder ins Fitnessstudio zieht, like ich diesen Post durchaus. Dass mich selbst keine zehn Pferde in ein solches Etablissement bringen werden, ist dem Algorithmus egal. Wenn Arbeitskollegen Eltern werden, gibt es auch ein Like. Menschen freuen sich für ihre Familienangehörigen, Freunde und Arbeitskollegen – dass sie deshalb Interesse an ihren Aktivitäten haben müssen, ist nicht gegeben. Und das hat der Algorithmus noch nicht ganz verstanden – und präsentiert mir kinderlosem Mann halt weiterhin Brautkleider und Babynahrung.

Veröffentlicht: 05.08.2019
img Letzte Aktualisierung: 06.08.2019
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Lidi
08.08.2019

Antworten

Danke. Ich kann nämlich diese Storys, dass der Algorithmus von bestimmten Strategien beeinflusst wird nicht mehr hören. Endlich mal jemand, der das Thema etwas realistischer und ein klein bisschen kritischer angeht.