Jeder, der einen Online-Shop eröffnet, setzt sich spätestens nach der ersten Abmahnung doch noch mal konkreter mit dem juristischen Hintergrund seines Tuns auseinander. Die alten Hasen im E-Commerce wissen außerdem, wie enorm wichtig es ist, sich in puncto Rechtsprechung und Gesetzesänderungen auf dem neuesten Stand zu halten. Ist ja auch logisch: Schließlich leben sie von ihrer Tätigkeit und wollen diese im Rahmen der Legalität ausüben.
Eine recht junge Berufsgruppe scheint mit dieser Selbstverständlichkeit aber irgendwie komplett überfordert zu sein. Die Rede ist von Influencern. Immer wieder liest man von einer regelrechten Abmahnwelle des Verbandes Sozialer Wettbewerb wegen Schleichwerbung. Die Reaktionen von Influencern wirken doch teilweise recht skurril. Manchmal bekommt man den Eindruck, es handle sich eher um kleine Kinder, die die Welt nicht so recht verstehen und getreu dem Motto „denn sie wussten nicht, was sie tun” keinerlei Ahnung hatten, das ihr Handeln auch rechtlich relevant ist.
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Und grundsätzlich muss man ja sagen: Eine Empfehlung, von Cathy Hummels auch freie Meinungsäußerun g genannt, gegenüber (hundert)tausen den Followern, hat für den Hersteller ganz andere Vorteile, als die gleiche Empfehlung vor einer Handvoll Freundinnen beim Kaffeeklatsch und ist daher für mich Werbung.
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Eben WEIL diese Influencer auch für Werbung bezahlt werden oder "Markenbotschaf ter" sind, dient es der Transparenz, nicht bezahlte Beiträge NICHT als Werbung zu kennzeichnen. Sonst kann man nämlich die Beiträge, die nur so verfasst wurden, weil sie Leute Geld dafür gezahlt haben, nicht mehr identifzieren.
Das Agieren des berühmt-berücht igten Verbandes hat dazu geführt, dass "Influencer", Blogger und selbst Produktrezensen ten bei Amazon & Co. inzwischen fast jeden Beitrag vorsorglich als "Werbung" kennzeichnen, egal, worum es darin geht. Wenn das "Transparenz" ist, dann ist ein Elefant ein Vogel.
Mit seiner Abmahnwelle hat der Verband insbesondere den Lesern dieser "Influencer" einen Bärendienst erwiesen, dann sie können nun nicht mehr identifizieren, welche Beiträge sie skeptisch betrachten sollen. Und so, wie der menschliche Geist tickt, führt es am Ende durch den Gewöhnungseffek t dazu, dass das "Werbung" selbst an bezahlten Beiträgen nach einer Weile einfach nur noch überlesen wird.
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