Künstliche Intelligenz verändert den Online-Handel rasant – von der Produktsuche bis zum Checkout. Immer häufiger entscheiden KI-Systeme, welche Angebote Verbraucher:innen überhaupt zu sehen bekommen. Vor diesem Hintergrund haben wir mit Georg Sobczak, Deutschland-Chef von Mirakl, über die aktuellen Entwicklungen und ihre Folgen für Händler gesprochen. Mit Nexus (Website) hat Mirakl kürzlich eine Lösung vorgestellt, die es Händlern und Marken ermöglichen soll, sowohl für Verbraucher:innen als auch für KI-Agenten weiterhin sichtbar und relevant zu bleiben. Im Interview erklärt Sobczak, wie sich das Einkaufsverhalten bereits heute wandelt und welche strategischen und technischen Weichen jetzt gestellt werden müssen.
Redaktion: Wie verändern Ihrer Beobachtung nach bereits jetzt KI‑Entwicklungen das Einkaufs‑ und Suchverhalten der Verbraucher:innen und den Markt?
Georg Sobczak: Aus meiner Sicht dreht sich das Online-Shopping gerade um 180 Grad. Nutzer geben heute nicht mehr nur Stichworte ein, sondern formulieren ganze Sätze oder sprechen mit Chatbots. Statt nur nach „dunkelblauen Jeans“ zu suchen, laden sie ein Bild von einem ähnlichen Produkt hoch oder erklären, wofür sie die Hose brauchen oder für welche Jahreszeit sie passen soll. Die User Experience wird dadurch deutlich intuitiver und persönlicher, weil KI-basierte Systeme individuelle Vorlieben noch besser verstehen. Gleichzeitig werden die Angebote tausender Händler in Echtzeit miteinander verglichen. Am Ende erhält der Kunde jedoch nur eine Auswahl von drei bis fünf Produkten, was den Wettbewerb auf den KI-Plattformen erheblich verschärft. Für Händler heißt das: Wer sichtbar bleiben will, muss seine Produktdaten maschinenlesbar aufbereiten.
Denn der Weg zum Kauf wird noch kürzer und die Auswahl durch die KI immer gezielter.

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