Der Regionalliga-Verein FC Carl Zeiss Jena musste sich vor dem Verbandsgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) verteidigen. Wegen Einsatzes von Pyrotechnik sollte der Verein eine Strafe in Höhe von 18.400 Euro zahlen. Gegen diese Strafe ging der Verein erfolglos in Berufung. Schuld soll auch der Berufungsschriftsatz sein, der wohl von KI erstellt wurde und voller Fehler ist, wie n-tv berichtete.
Erfundene Urteile zahlreiche Fehler
Das 73-Seiten lange Schreiben soll mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt worden sein. Laut dem Sportgericht sei es ein Sammelsurium unverifizierter „KI-Halluzinationen“, so der Richter. „Bei einer Vielzahl der von der Berufungsführerin genannten Urteile bzw. Literaturstellen, auf welche sich die Berufungsführerin bezieht, handelt es sich um frei erfundene Entscheidungen, die es entweder gar nicht gibt oder welche völlig anders lauten“, heißt es weiter im Urteil.
In dem Schriftsatz wurde auf konkrete Quellen verwiesen. Suchte man diese auf, fand man dort allerdings juristische Fachartikel zu ganz anderen Themen. Auch Urteile wurden zitiert. Diese gab es teilweise nicht oder es handelte sich um einen komplett anderen Sachverhalt.
KI ist gut – Kontrolle ist besser
KI kann als Recherchetool Arbeit abnehmen und auch bei der Formulierung von Texten helfen. Allerdings zeigt sich hier abermals: Alle Informationen, die KI-Tools ausspucken, müssen überprüft werden. Gerade wenn es um komplexe Themen, wie juristische Streitigkeiten, geht, sollten die Informationen immer von einem Experten überprüft und eingeordnet werden.
Hanna Hillnhütter
Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.
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