Wer demnächst neue Technik fürs Büro anschaffen will oder muss, muss sich auf höhere Preise einstellen. Wie Allround-PC berichtet, sollen viele Notebook-Modelle, die im Jahr 2026 auf den Markt kommen, mindestens 20 Prozent über den Listenpreisen der Vorgängermodelle liegen. Darauf deute ein Bericht aus Korea hin. 

Grund für die Preissteigerungen sind Chip-Engpässe, weil die Chip-Hersteller ihre Produktionskapazitäten vermehrt für KI-Rechenzentren zur Verfügung stellen. Das betrifft vor allem Arbeitsspeichermodule (DRAM): So ist der Preis für ein DDR5-32-GB-Kit in den vergangenen Wochen um das Dreifache auf 240 Euro gestiegen. Mittlerweile werden solche Kits sogar für bis zu 500 Euro gehandelt. Auch SSDs, Prozessoren und Akkus wurden in den vergangenen Monaten teurer, was zur Preissteigerung im kommenden Jahr beiträgt.

Chip-Hersteller fokussieren sich auf KI-Rechenzentren

Die Entwicklung bei den DRAM-Produzenten trifft die PC- und Elektronik-Branche hart. So gab der Chip-Hersteller Micron bekannt, sich aus dem Endkundengeschäft zurückziehen zu wollen. Die bekannte Marke Crucial wird dafür eingestellt, KI-Anwendungen und Enterprise-Produkte für Rechenzentren sollen stattdessen im Fokus stehen, heißt es bei Connect

Auch Samsung soll Medienberichten zufolge sogar die internen Verhandlungen umgestellt haben: Die eigene Halbleitersparte des Konzerns verzichtet künftig auf Jahresverträge mit der eigenen Mobile-Experience-Abteilung, so PCGH. Die hauseigene Mobilsparte muss nun also die DRAM-Mengen beim hauseigenen Hersteller quartalsweise anfordern – weil das Unternehmen seine Produktion auf Chips für KI-Rechenzentren umstellt. 

Weltweit gibt es nur drei Hersteller für Arbeitsspeicher-Chips: Micron, SK Hynix und Samsung Electronics. Alle drei haben große Teile ihrer Produktionskapazitäten für Rechenzentren von KI-Anbietern, allen voran OpenAI, zugesichert und erzeugen damit Engpässe bei DRAM-Modulen für den Verbrauchermarkt.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com