Sicherheitslücken lassen sich in der Regel relativ einfach beheben, da es sich meistens um Fehler bei der Programmierung handelt. Nun ist aber eine Lücke bekannt geworden, die die Prozessor-Architektur selbst infrage stellt – Milliarden Geräte sollen weltweit betroffen sein, eine Behebung der Lücke gestaltet sich nicht so leicht.
Forscher haben eine Sicherheitslücke in Computerchips entdeckt, die alle Prozessoren der vergangenen zwei Jahrzehnte betreffen könnte. Wie das Handelsblatt berichtet, seien „Milliarden Geräte“ betroffen, die Tech-Firmen bemühen sich um eine Lösung des Problems. Software-Aktualisierungen sollen helfen, die Lücke in den Prozessoren zu schließen. Dabei geht es um einen Kernpunkt der modernen Prozessor-Architektur: die sogenannte „speculative execution“.
Durch das Verfahren werden später benötigte Daten vorab geladen, damit es zu keiner bzw. einer möglichst geringen Verzögerung kommt. Die „speculative execution“ ist es, was die Prozessoren in den vergangenen Jahren so schnell gemacht hat – und stellt nun den Kern der Sicherheitslücke dar.
Zwei Attacken wurden von den Forschern beschrieben: Zum einen konnten sie die Trennmechanismen zwischen Programmen in dem Betriebssystem aushebeln und damit auf den Speicher und auf die Daten anderer Programme und des Betriebssystems zugreifen. Diese Methode tauften die Forscher auf den Namen „Meltdown“. Dieser Angriff soll bei nahezu jedem seit 1995 produzierten Chip des Herstellers Intel funktionieren. Die gute Nachricht: Diese Lücke kann durch Software-Updates gestopft werden.
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