Chimp als Dosenöffner
Was einfach klingt, erfordert diffizile Rechenoperationen im Hintergrund, denn es sind nicht alle Menschen dieser Erde eingespeichert. Der Computer lernt via Deep Learning. Der KI werden Bilder von Männern und Frauen gefüttert, „dann bekommt er ein Verständnis dafür, wie eine Frau und wie ein Mann aussieht. Er sucht sich selbständig Merkmale heraus – wir wissen auch nicht genau, welche Merkmale das sind. Das funktioniert so gut, dass wir bei der Alterserkennung mittlerweile in einem Korridor von 4 bis 5 Jahren sind. Dieselbe Technologie wird auch für Siri verwendet. Es ist die momentan mächtigste Möglichkeit, den Computer ‚anzulernen‘.“

© Sensape
Was ist nun das Ziel dahinter? Lustige Sprechblasen sind schön und gut, doch mehr als Unterhaltung bieten sie erst einmal auch nicht. Freysoldt zur Erfahrung auf der TC Messe: „Die Leute bleiben davor stehen, spielen ein wenig damit herum und schon hat man den Einstieg und kann die Leute ansprechen und seine Produkte vorschlagen.“ Durch die spielerische Zugkraft werden die Menschen angelockt, der Anbieter sammelt automatisch einen potenziellen Kundenpool. Der Chimp fungiert als Dosenöffner, um überhaupt ins Gespräch zu kommen.
Umgekehrt ist er für Sensape der Dosenöffner, um auf die eigene Technologie aufmerksam zu machen. Denn diese kann mehr als Sprechblasen. „Wir haben verschiedene Standard-Apps und bauen momentan spezielle Apps, je nach Kundenbedarf.“ Neben der genannten Bubbles-App bietet Sensape zum Beispiel eine Wetter-App, die nicht nur das Wetter anzeigt, sondern passend dazu auch Kaufempfehlungen geben kann. Stünde ein Gerät etwa in einem Baumarkt und ein 30-jähriger Mann zieht den virtuellen Ansprechpartner zu Rate, so könnte er passend zum Sonnenwetter einen Grill vorschlagen und gleich den Gang angeben, wo dieser zu finden wäre – oder einen Pavillon bei strömendem Regen.
Spannender wird es bei den speziellen Apps, die das StartUp den Kundenwünschen anpasst. Einer der bekanntesten ist derzeit die Postbank, für die Sensape einen virtuellen Berater gebaut hat. Eine virtuelle Postbank-Mitarbeiterin gibt darin Beratungsmöglichkeiten oder zeigt an, wo der nächste Geldautomat zu finden ist. Generell zeigen sich, Freysoldt zufolge, Banken gerade sehr interessiert, ohne, dass er Namen nennen will, man befindet sich schließlich erst in Verhandlungen. Die boomende Fintech-Branche ist zu einer echten Konkurrenz herangewachsen, neue Lösungen sind nötig, um die Kunden zu behalten und neu zu gewinnen. Sensape kommt da gerade richtig.
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