„Schickst Du mir bitte mein Geld zurück?“ 🥺
Um bei PayPal Geld zu versenden, reicht für gewöhnlich eine E-Mail-Adresse der anderen Partei. Doch vertippt man sich bei dieser, kann es durchaus einmal vorkommen, dass man das Geld an eine falsche Person sendet. Das Praktische: man hat in diesem Fall ja die E-Mail-Adresse der besagten Person, und kann dieser schreiben und freundlich um eine Rückabwicklung bitten.
Soweit so menschlich. Doch was ist, wenn die Zahlung mit der PayPal-Funktion „Waren und Dienstleistungen“ gesendet wurde? Dann besteht für die fälschliche Transaktion schließlich der PayPal-Käuferschutz. Für die Funktion erhebt PayPal eine Gebühr von 2,49 Prozent zuzüglich Festgebühr basierend auf der empfangenen Währung. Doch da es sich im beschriebenen Fall ja um ein Versehen handelte, möchte die Person die gerne weitere Gebühren meiden und bittet um die Rückerstattung über die „Freunde“-Funktion.
Die Betrüger:innen setzen hier auf das Mitgefühl der Gegenüber. Wie das ZDF-Magazin Wiso in einem Instagram-Video erklärt, liegt genau hierin aber die Falle: Denn sobald man den Betrag wie erbeten über die „Freunde“-Funktion zurücksendet, eröffnet man eine zusätzliche Transaktion, welche nicht abgesichert ist. Haben die Kriminellen dann das Geld, eröffnen sie über PayPal einen Fall und fordern die initiale Summe unter einem Vorwand zurück. Da diese ja als „Waren und Dienstleistungen” gesendet wurde, lässt sich hier auch behaupten, die vermeintliche gehandelte Ware sei nie angekommen oder ähnliches.
Das Ende vom Lied: Die Kriminellen haben den gezahlten Betrag nun gleich zweimal. Das Opfer wurde um den Betrag beraubt.
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Also meine Frau z.B. sendet mir zum Beispiel regelmäßig per Paypal Freunde Geld, wenn ich mich darum gekümmert habe, etwas für sie zu beschaffen. Das geht einfach, sofort, uns ist kostenlos. Was ist daran besser, wenn man es z.B. über ein Bankkonto sendet? Es ist einfach nur ein alternativer Weg. Alternativen sind immer gut, denn sie fördern den Wettbewerb. Der ist für Kunden wichtig. Ohne diesen wird schnell an der Kostenschraube gedreht.
Aber warum gibt es diese Funktion überhaupt?
Damit schließt Paypal eine große Markteintrittsc hance für aufkommende Konkurrenten. Deren Methode war es nämlich kostenlose privat Transaktionen anzubieten, um so Marktanteile gewinnen zu können.
Die Funktion macht für Paypal also durchaus sinn, obwohl sie Paypal Geld kostet.
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Davon abgesehen schließen sich Paypal-Geschäft skonten und die "an Freunde senden"-Option eigentlich sachlich aus. Entweder man wickelt über sein Konto geschäftliche Transaktionen ab oder private - beides zu vermischen ist nicht nur völlig unprofessionell , sondern auch steuerrechtlich höchst kritisch.
Paypal könnte derlei Betrugsmaschen ganz einfach einen Riegel vorschrieben, indem z.B. an und von Business-Konten keine "an-Freunde"-Za hlungen geleistet werden können.
Das würde Geldwäsche deutlich erschweren, zudem das Menü im PP-Business-Por tal verschlanken und zum Dritten verhindern, dass besonders schlaue "Geschäftsleute " versuchen, die PP-Transaktions -Gebühren zu umgehen, indem sie ihre Kunden auffordern, per Freunde-Funktio n zu bezahlen.
Aber wenn man sich die bisweilen sehr hemdsärmelige technische Umsetzung der PP-Seiten so anschaut, fehlt dem weltweiten Marktführer für digitale Zahlungen dafür offensichtlich das kompetente Fachpersonal.
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