Clevere Unterstützung im Marketing
Mit Mitteln wie der smarten Suchfunktion oder einem Chatbot gestaltet man das Einkaufserlebnis für seine Kundschaft ansprechend und intuitiv. Möchte man bestehende Kunden reaktivieren, lassen sich zudem immer mehr Aspekte des Marketings mittels künstlicher Intelligenz individualisieren. Die Bereiche, an denen KI hier von Nutzen sein kann, lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen: Automatisierung und Individualisierung.
So können KI-Tools beispielsweise umfangreiche Kundendaten analysieren und in diesen Muster und Zusammenhänge erkennen, welche einem menschlichen Hirn allein aufgrund der Datenmenge vielleicht entgehen würden. Derartige Strukturen können im Weiteren zum Aufbau von Buyer Personas und einer gezielteren Ansprache genutzt werden.
Auf der anderen Seite können triste Fleißaufgaben wie das Erstellen und Versenden von Mailings an verschiedene Kundenstämme vollautomatisiert durchgeführt werden. Eine derartige Automatisierung verringert dabei auch tatsächlich das Fehlerrisiko: wo ein menschlicher Angestellter möglicherweise mal die falsche Empfangsliste auswählt oder ein Mailing zu einer suboptimalen Uhrzeit versendet, erkennen KI-Tools hier anhand der Datenlage eigenständig die beste Vorgehensweise.
Zu den Anbietern entsprechender Tools zählen unter anderem das bereits genannte Clerk.io von JTL oder auch die Salesforce Marketing Cloud. Grundsätzlich gibt es bei nahezu jedem Shopsystem-Anbieter die Möglichkeit, über bestimmte Plug-ins entsprechende Funktionen einzurichten.
Immer die passende Ware im Lager
Zum Schluss soll auch ein kurzer Blick auf den Bereich der Logistik geworfen werden. Denn am Ende nützt der beste Online-Shop nichts, wenn die benötigte Ware nicht vorrätig ist, oder das Lager voller Lagerhüter, die unnötig Platz einnehmen. Bereits 2017 sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder, die Logistik sei „bereits heute einer der am stärksten digitalisierten Unternehmensbereiche. Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence steht der Logistik nicht nur eine Optimierung von Geschäftsprozessen bevor, sondern eine echte Revolution.“
Diese solide Grundlage nutzen zahlreiche Unternehmen, um beispielsweise Peaks im Vertrieb bestimmter Produkte vorherbestimmen und entsprechend die Lagerbestände anzupassen. Weiterhin kann die Technologie helfen, Zustellrouten zu optimieren, sowie anhand tagesaktueller Verkehrsinformationen mögliche Lieferschwierigkeiten abzuschätzen.
Fazit
Das Thema künstliche Intelligenz ist bereits seit Jahrzehnten im Gespräch. Der Hype ist im Moment jedoch größer denn je, schließlich stehen KI-Tools mittlerweile jedem zur freien Verfügung und kommen dadurch im Alltag vieler Menschen jetzt erst wirklich an. Online-Händler:innen sollten deswegen aber nicht blind auf jenen Hype aufspringen, nur um dabei zu sein.
Stattdessen kann es hilfreich sein, seine bestehenden Prozesse genau zu prüfen und zu sehen, welche Aspekte sich durch den Einsatz künstlicher Intelligenz tatsächlich verbessern lassen. Wer unsicher ist, ob sich der Einsatz lohnt, kann beispielsweise Produkttexte oder -Bilder in Form von A/B-Tests erproben und schauen, was den Nerv des eigenen Kundenstamms am besten trifft.
Auch die politischen Entwicklungen sollte man im Blick behalten. So einigten sich die EU-Mitgliedsstaaten jüngst über eine gesetzliche Richtlinie zum Einsatz von KI. Die sogenannte KI-Verordnung enthält einige grundsätzliche Regeln und Pflichten für den Einsatz der hier beschriebenen Tools. Diese betreffen zwar in erster Linie die Entwickler der Tools, aber auch reine Anwender müssen künftig schon den Einsatz von KI in den eigenen Systemen transparent ausweisen.
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