Shopping- und Marktplatz-Apps sammeln und analysieren Kundendaten, um personalisierte Angebote zu machen und die App-Nutzung zu verbessern. Eine Untersuchung von Incogni zeigt nun aber: Häufig schießen sie dabei über das Ziel hinaus. Die Organisation hat Shopping-Apps auf ihren Umgang mit Daten hin untersucht und festgestellt, dass oft mehr Daten gesammelt werden als eigentlich für die Bearbeitung von Bestellungen notwendig wäre. Über die Webseite App Magic erstellte Incogni eine Liste mit 180 Shopping-Apps und analysierte anschließend bei Google Play, welche Informationen die jeweiligen App-Anbieter über die Nutzung der Daten angeben, wie Golem berichtet.
Die Ergebnisse zeigen: Den App-Anbietern geht es offenbar selten nur darum, eine vernünftige Kaufabwicklung zu gewährleisten. 45 Apps griffen etwa auch auf Bilder zu, zwölf auf Videos. 31 erfassten Ortsdaten, neun griffen auf die Suchhistorie zu und sechs auf die Kontakte der Nutzer:innen. In einigen Fällen waren die Zugriffe noch intensiver: Zwölf Apps erfassten, welche anderen Anwendungen auf dem Smartphone installiert sind, sechs registrierten SMS und MMS und zwei Audioaufnahmen. Außerdem überprüften drei Apps die Kreditwürdigkeit der Kund:innen und sechs Anwendungen spähten sogar die sexuelle Orientierung aus.
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Datenschützer fordern mehr Transparenz, Löschfristen und Verbote
Auch andere haben derartige Tests mit ihren Amazon-Daten schon gemacht: Die Datenschutz-Akt ivistin Katharina Nocun hat 2018 ebenfalls Einsicht in ihre Amazon-Daten-Sa mmlung bekommen und schon damals mehr Transparenz seitens der Unternehmen, verbindliche Löschfristen und klare Verbote für Überwachung in besonders sensiblen Bereichen gefordert.
Das war 2018 und nichts hat sich geändert - weshalb auch!?
Armes Deutschland - so hilflos großen Konzernen gegenüber!
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