Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Deutsche Bahn: Zwei „Klassen“ beim Ticketkauf unfair

Veröffentlicht: 22.01.2024
imgAktualisierung: 22.01.2024
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.01.2024
img 22.01.2024
ca. 2 Min.
Zwei Personen stehen vor Fahrkartenautomaten im Bahnhofseingang
© Oleksandr_UA / depositphotos.com
Kauf von Sparpreis-Tickets an Automaten muss wieder möglich sein, denn andernfalls werden Menschen benachteiligt.


Dass sich der Kauf von Zugtickets zunehmend auf digitale Lösungen verlagert, ist ein wenig überraschender Trend. Für viele Menschen gehört es zum Standard, Fahrkarten vorher in Ruhe und bequem per App oder Webseite zu buchen, statt die umständlich zu bedienenden Automaten in einer zugigen Abfahrtshalle oder ein volles Reisezentrum zu frequentieren. Trotzdem wollen viele Reisende das Backup nicht missen und analoge Lösungen beibehalten. Die Deutsche Bahn sieht das aber anders und will die Digitalisierung voranbringen und Menschen dabei die analogen Lösungen madig machen.

Ticketpreise nicht über alle Kanäle hin gleich

Bestimmte Fahrkarten seien nicht mehr oder nur stark eingeschränkt an Automaten oder Schaltern erhältlich, schreibt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kürzlich. Demnach bietet die Deutsche Bahn seit Oktober 2023 Tickets zum Spar- und Supersparpreis am Schalter nur noch personalisiert an. Den reduzierten Preis „bezahlt“ man dann mit seinen Daten, und zwar in Form von E-Mail-Adresse oder Handynummer. An den Automaten gibt es sie seit Ende 2023 überhaupt nicht mehr.

Menschen dürfen jedoch nicht vom Ticketerwerb über einen bestimmten Kanal und damit einhergehenden günstigen Tarifen ausgeschlossen werden, nur weil ihnen beispielsweise ein Online-Zugang fehle oder sie lieber ohne Angabe privater Informationen mit der Bahn fahren wollen, kommentiert die vzbv-Vorständin Ramona Pop den aktuellen Trend. Gemäß einer vzbv-Umfrage würde das auch nicht dem Willen der Zielgruppe entsprechen.

Digitalisierung mit der Brechstange

64 Prozent der Befragten fänden es nicht gut, wenn sie ihre Fahrkarten künftig ausschließlich über Webseite oder Apps kaufen müssten. Besonders die Generation der über 50-Jährigen sprach sich dafür aus, dass Fahrkarten auch vor Ort an Schaltern oder Automaten gekauft werden können (75 Prozent).  „Die Deutsche Bahn muss ihre Digitalisierungsstrategie überdenken, damit sie ein Verkehrsmittel für alle bleibt“, so Ramona Pop.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.01.2024
img Letzte Aktualisierung: 22.01.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

B.E.
24.01.2024

Antworten

Besonders fies ist das 10er Ticket zum Sparpacks. Gibt es nur "digital" also online. Das ist wirklich diskriminierend und auch noch unpraktisch. Am Schalter mal eben im Vorbeigehen ist leider nichts.

Der günstigere Preis ist laut Angestellten Aussage wirklich nur gegeben, weil Kunden mit ihren Daten indirekt zahlen, sprich deine Daten für einen Rabatt. Ohne mich, da bleibt einem nichts anderes übrig als seltener zu fahren, denn das 4er Ticket ist unverhältnismäß ig teuer.