Missbraucht die Deutsche Bahn ihre Marktmacht beim Umgang mit Mobilitätsdaten? Dafür will das Bundeskartellamt Anzeichen sehen und hat den Verkehrsbetrieb gerüffelt. Der Konzern habe ein Datenmonopol aufgebaut und seine Marktmacht mit „bestimmten Verhaltensweisen und Vertragsklauseln“ gegenüber Mobilitätsplattformen missbraucht, so der Vorwurf des Kartellamts.
Dem widerspricht die Deutsche Bahn nun, wie Heise Online berichtet. Es „wäre rechtswidrig“, beispielsweise Prognosedaten mit konkurrierenden Portalen zu teilen oder auch Rabatte weiterzugeben, so das Argument der Bahn in einer Klageerwiderung. Der Nutzen der Daten für andere Anbieter werde dem Konzern zufolge überschätzt – es gebe keine Beweise dafür, dass die Plattformen die Daten wirklich benötigen.
Das Kartellamt monierte, dass die Bahn mit anderen Betreibern von Mobilitätsdiensten keine Informationen über Verspätungen, Fahrtverlauf, Zugausfälle oder Gleiswechsel teile. Damit werde die Entwicklung innovativer Services behindert. Anbieter wie Omio, Skyscanner oder auch Flix bieten hauptsächlich Online-Lösungen für eine integrierte Routenplanung an. Dabei werden auch Kombinationen von Bahntickets mit Flügen, Carsharing, Fernbus und Mietfahrrädern angeboten. Die Betreiber der Plattformen sehen Daten wie Verspätungen und Gleiswechsel als „unverzichtbar“ für Bahnreisende an.
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