War es ein Deep Fake oder nicht? Seit Samstag sorgt ein Telefonat zwischen Berlins regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und einem angeblichen Vitali Klitschko für Schlagzeilen. Dass es nicht der echte Klitschko war, war relativ früh klar, kurz nachdem das Gespräch öffentlich gemacht wurde, sah sich der Bürgermeister von Kiew genötigt, selbst ein Video-Statement abzugeben und klarzustellen, dass es sich um einen Betrug handelt.
Was genau war passiert? Giffey hatte am Samstag eine halbe Stunde lang mit dem falschen Klitschko gesprochen. Beziehungsweise mit dessen Dolmetscher und schon da hätte sie stutzig werden müssen, denn Klitschko spricht Deutsch und Englisch und benötigt keinen Übersetzer. Beendet wurde das Gespräch erst etwa eine halbe Stunde, nachdem es „eigenartige Wendungen“ nahm, wie die Taz schreibt. Es sei etwa darum gegangen, ob sich Ukrainer in Deutschland Sozialleistungen erschleichen. Neben Giffey fielen zwei weitere Bürgermeister – aus Madrid und Wien – auf den Fake herein.
Laut Senatssprecherin von Giffey habe es sich um einen Deep Fake gehandelt. Daran gibt es mittlerweile allerdings Zweifel. „Kontraste“-Journalist Daniel Laufer hat in einem Twitter-Thread Hinweise gesammelt, die die Deep-Fake-Theorie widerlegen könnten. Er hält es für möglich, dass jemand „einzelne Videoschnipsel aus dem Original (ein Klitschko-Auftritt von Anfang April, Anm. d. R.) schlau vorgeschnitten und sie in Echtzeit neu zusammengesetzt“ habe. Ruckler und Schwankungen in der Bildrate hätten die Übergänge kaschiert. Fehlende sichtbare Artefakte sowie Übereinstimmung von Mimik und Hintergrund würden gegen einen Deep Fake sprechen. Stattdessen wäre es ein sogenannter Shallow Fake oder Cheap Fake – technologisch weit weniger anspruchsvoll als ein Deep Fake.
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