Toilettenpapier und Fürze als NFT
Von einem Tweet ist es bis zu wirklichen Kuriositäten nicht mehr weit. Besonders kurios wurde es im vergangenen Jahr etwa bei Charmin. Der Toilettenpapier-Hersteller wollte offenbar frühzeitig auf den Zug aufspringen und launchte im März 2021 tatsächlich ein Klopapier-NFT. Dieses wurde dann passenderweise nicht nur als NFT, sondern als NFTP gebrandet, also non-fungible toilet paper, wie The Verge berichtete. Die verschiedenen Grafiken von aufgerolltem Papier spielen bei den teuersten NFTs aller Zeiten zwar eher keine Rolle, mit Erträgen zwischen 500 und 2.120 US-Dollar ist die Marketing-Aktion aber durchaus geglückt. Von den speziellen „Kunstwerken“ gibt es lediglich fünf Exemplare.
Auch kurios: NFT-Fürze. Der Filmemacher Alex Ramírez-Mallis nahm 52 Minuten Audio von seinen Flatulenzen auf und verkaufte sie als NFT. Am Ende wurden sie sogar für immerhin 420 Dollar verkauft, wie der Crypoticker weiß.
Banksy ist natürlich auch dabei
Wenn es um neue Kunstformen und um Avantgarde geht, dann darf ein Name natürlich nicht fehlen: Banksy. Der Streetart-Künstler, der der wohl erfolgreichste unbekannte Künstler der Welt ist, hat auch im NFT-Markt längst seine Spuren hinterlassen – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. So kaufte etwa eine Gruppe von Krypto-Fans einen Druck von Banksy, in dem Banksy den Kunstmarkt selbst kritisiert, verbrannte das Bild werbewirksam im Internet-Stream und versteigerte es digitalisiert als NFT. „Die Entmaterialisierung der Kunst im Virtuellen wird hier exerziert, die Gewinnung eines digitalen Ewigkeitswerts durch die Vernichtung des Bildkörpers propagiert“, wie es Ursula Scheer von der FAZ schreibt. Das Ganze ist dann gleich noch ein Werbevehikel für den Krypto-Markt, steckt hinter der Aktion doch die Blockchain-Firma Injective Protocol.
Zuletzt wurde „Love is in the air“ - ein Banksy-Gemälde von 2005 – ebenfalls in nicht ganz handelsüblicher Weise als NFT unters Volk gebracht. Die NFT-Plattform Particle teilte das Bild in 10.000 Teile und verkaufte diese jeweils einzeln als NFTs. Im Mai 2021 hatte Particle das Bild bei einer Sotheby’s-Auktion für 12,9 Millionen US-Dollar ersteigert. Über eine spezielle Methode wurde das Bild in ein Raster und entsprechend gleiche Stücke aufgeteilt. „Alle Teile des Gemäldes werden gleich bewertet und nach dem Zufallsprinzip vergeben“, so eine Sprecherin damals laut Artmajeur. Loc Gouzer, Mitbegründer von Particle und ehemaliger Vorsitzender von Christie’s Post-War and Contemporary Art, sagte über Banksy: „Sein Mut, sein humanitärer Charakter und seine feste Überzeugung, dass Kunst für alle da sein sollte, spiegeln die Zweck von Particle, was dieses Meisterwerk zum Symbol für den Start der Plattform macht.“

Und auch im NFT-Markt sind Betrüger nicht weit und auch hier spielt Banksy eine Rolle. Für kurze Zeit fand sich auf der offiziellen Webseite von Banksy eine Seite, die ein NFT im Stil der CryptoPunks zeigte. Das Bild wurde auf der Plattform Opensea für fast 300.000 Euro verkauft, später aber erklärte ein Sprecher des Künstlers gegenüber der BBC, dass Banksys gar nicht hinter dem Bild stecke. Immerhin: Der Käufer – lustigerweise unter dem Pseudonym Pranksy unterwegs – bekam sein Geld später zurück. Vorwürfe, es wäre ein Publicity-Stunt von ihm gewesen, bestritt er.
Per Mertesacker, Snoop Dogg und Anthony Hopkins im NFT-Geschäft
Mittlerweile hat sich der NFT-Hype herumgesprochen – vor allem in der Welt der Menschen, die es sich leisten können und wollen. Rapper-Legende Snoop Dogg etwa soll laut Cointelegraph eine NFT-Sammlung im Wert von 17 Millionen Dollar besitzen – darunter beispielsweise auch CryptoPunks. Außerdem hat er natürlich eine eigene NFT-Kollektion, die er zum Verkauf anbietet. Der Rapper hat dabei mehrere Projekte: Das SnoopVerse – quasi eine virtuelle Spielwelt, die als NFT-Projekt angelegt ist, sein Musiklabel Death Row Records ist mittlerweile offiziell ein NFT-Label, und animierte Comic-Cover, die er zum Verkauf anbietet. Blockchainwelt hat sich den Snoop-Kosmos genauer angeschaut.
Auch Per Mertesacker – Fußball-Weltmeister von 2014 und heute Experte im TV – macht mittlerweile in NFTs. Mertesacker hat dabei in Zusammenarbeit mit Fanzone mehrere NFTs im Angebot, die auf 100 Stück limitiert sind, darunter Bobbleheads, unterschriebene Weltmeister-Trikots und ein spezielles „Per-Mertesacker-Danke“-NFT, wie Sportsbusiness weiß.
Sogar Sir Anthony Hopkins – den meisten wohl vor allem als Genussmensch Hannibal Lecter bekannt – hat zuletzt öffentlich sein Interesse an NFTs auf Twitter geäußert. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis NFTs die neuen Fanartikel sind. Vorbei kommt an dem Thema so schnell jedenfalls niemand mehr.
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