Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen werden zunehmend gewalttätiger. Am vergangenen Wochenende gab es in ganz Deutschland – oftmals unangemeldete – Demonstrationen gegen die Auflagen des Bundes und eine möglicherweise bevorstehende Impfpflicht. Ins Visier von Bund und Ländern rückt nun einmal mehr der Messenger Telegram, der vor allem von den radikalen Kräften der Corona-Leugner – und Rechtsextremisten, die die Bewegung unterwandern wollen, genutzt wird. „Wir reden hier nicht nur über ein paar Chats auf Telegram, sondern über Hunderte Chats“, erklärt der Thüringer Verfassungsschutz-Chef Stephan J. Kramer im ARD-Hauptstadtstudio.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht sich für Einschränkungen von Telegram aus. „Es kann nicht länger angehen, dass die Betreiber von Telegram von Dubai aus tatenlos zuschauen, wie in ihrem Netzwerk Morddrohungen verbreitet werden“, so Kretschmer in der Bild am Sonntag. Kretschmer selbst muss sich immer wieder mit Hass auf Telegram auseinandersetzen. Dem ZDF zufolge waren Mordpläne gegen Kretschmer in dem Messengerdienst aufgetaucht. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) warnt dem Spiegel zufolge vor einer „unglaublichen Mobilisierungswucht“ des Dienstes, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) fordert eine schnelle Reaktion des Staates. Nehme Telegram Hass und Hetze nicht ernst, „müssen Sanktionen wie Bußgelder folgen“.
Kommentar schreiben